Artenschutz

Der Kanton Aargau gibt einheimischen Krebsen Entwicklungshilfe

Der Steinkrebs lebt in kleineren Bächen

Der Steinkrebs lebt in kleineren Bächen

Die Bestände der einheimischen Krebsarten gehen immer weiter zurück. Im Rahmen eines Artenschutzprojekts will die die kantonale Fischereiverwaltung nun geeignete Gewässer wieder mit Krebsen besiedeln.

Im Kanton Aargau läuft derzeit ein Projekt, um die einheimischen Krebse zu erhalten und zu fördern. Ziel des Projektes ist es, die Lebensräume der Krebse aufzuwerten und geeignete Massnahmen gegen die Ausbreitung fremder Krebsarten zu realisieren, wie das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) in einer Mitteilung schreibt.

Konkret sieht das Schutzprojekt vor, Krebse in geeigneten Gewässern wieder anzusiedeln, vor allem dort, wo sie wegen Krankheitsbefall oder Gewässerverschmutzungen verschwunden sind.

Schwierige Beschaffung von Krebsen

Die Beschaffung von Krebsen sei jedoch schwierig, heisst es. Es gebe im Aargau kaum mehr Gewässer mit genügend grossen Populationen, um dort die erforderliche Anzahl Tiere fangen zu können, ohne den Bestand zu gefährden.

Die Sektion Jagd und Fischerei des BVU hat sich deshalb entschieden, für Stein- und Dohlenkrebse zwei Aufzuchtseinrichtungen zu initiieren, um künftig so genannte Besatzkrebse heranzuziehen. Als geeignete Anlagen wurden ein ehemaliger Fischteich in Zeiningen und ein alter Mühleweiher in Mettau ausgewählt.

Mit den beiden Aufzuchtanlagen sollen in Zukunft genügend Tiere zur Verfügung stehen, um geeignete Gewässer wieder mit Krebsen zu besetzen.

Mehrere hundert junge Dohlenkrebse

«Erste Erfolge sind bereits nachweisbar», sagt der kantonale Fischereiaufseher Thomas Stucki. Aus dem Krebsweiher in Zeiningen konnten bereits mehrere hundert junge Dohlenkrebse in die Freiheit entlassen werden. Im 2011 frisch sanierten Weiher im Mettauertal soll es kommendes Jahr Nachwuchs bei den Steinkrebsen geben.

Nach Angaben des BVU leben im Aargau drei einheimische Flusskrebsarten: der Dohlenkrebs und der Steinkrebs in kleineren Bächen, der Edelkrebs meist in Kleinseen oder Weihern.

Sie seien jedoch sehr selten geworden, weil viele ihrer Lebensräume durch die menschliche Nutzung stark verändert worden seien. Zudem würden fremde Krebsarten die einheimischen Tiere bedrohen, weil sie die Pilzkrankheit «Krebspest» verbreiten.

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