In seiner Botschaft beantragt die Regierung einen Grosskredit für einen jährlich wiederkehrenden Nettoaufwand von 685'000 Franken. Den Aufbau und das Detailkonzept bezahlt die Krebsliga Aargau. Führen wird das Register die gemeinnützige Organisation Klinische Forschung Aargau AG (KIFAG) mit Sitz in Aarau.

Bei der Anhörung, die bis Ende August dauerte, waren 14 von 18 eingegangenen Rückmeldungen positiv gewesen, wie der Regierungsrat in der am Freitag veröffentlichten Botschaft an den Grossen Rat festhielt. Von den Parteien hatten sich einzig die SVP und die Jungfreisinnigen gegen das Anliegen gestellt.

Kantonale Lösung

Der Aargau bevorzugt wie bereits im Juli angekündigt eine kantonale Lösung, anstatt sich dem regionalen Krebsregister Nordwestschweiz anzuschliessen. Die Regierung begründet den Entscheid mit den höheren Kosten von 735'000 Franken pro Jahr.

Nun entscheidet das Parlament über den Kredit, welcher dem fakultativen Referendum unterliegt. Laut Regierung kann im besten Fall bereits in der ersten Hälfte 2011 mit der Datenerfassung begonnen werden.

Auslöser für das Krebsregister war eine Motion der Grünen. Sie hatten das Register vor allem wegen der drei Atomreaktoren im Kanton gefordert. Krebs gilt als zweithäufigste Todesursache in der Schweiz. Vor allem jüngere Menschen sterben eher an Krebs als an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, wie es in der Botschaft heisst.

14 Kantone sammeln bereits Daten

Krebsfälle werden bereits in den Kantonen SG, AI, AR, BS, BL, GR, GL, ZH, GE, VD, NE, VS, TI und FR in insgesamt zehn Registern erfasst. Damit sind 59 Prozent der schweizerischen Bevölkerung abgedeckt. Der Kanton Thurgau prüft eine Zusammenarbeit mit St.Gallen, der Kanton Zug möchte sich Zürich anschliessen.

Die Kantone Luzern, Uri, Obwalden und Nidwalden befinden sich in Endphase des Aufbaus eines gemeinsamen Krebsregisters. Auf Bundesebene wird derzeit über die Einführung eines nationalen Diagnoseregisters diskutiert. (sda/rsn)