Hundehaltung Kampfbauer

Der Halter hat Pflichten, der Hund aber auch Rechte

Dieser Hund (Rottweiler) bedeutet keine Gefahr und kann an lockerer Leine geführt werden.  -rr-

Dieser Hund (Rottweiler) bedeutet keine Gefahr und kann an lockerer Leine geführt werden. -rr-

Der az-Artikel über den «Kampfbauer» hat eine grosse Diskussion über Hundehaltung ausgelöst Lesen Sie, was das Gesetz - und der Respekt - von den Hundefreunden verlangen.

Der Vorfall in Hottwil gibt zu reden und zeigt auf, wie das Thema Hundehaltung polarisiert. Vorweg zur Handlung des Bauern W.: Es gibt kein Recht dazu, mit Unrecht ein (allfälliges) Unrecht zu vergelten. Artikel 4, Absatz 2 des Tierschutzgesetzes besagt: «Niemand darf ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, es in Angst versetzen . . .» Die (vom Landwirt bestätigte) Attacke gegen den Hund von Ruedi Tanner ist widerrechtlich und nicht zu entschuldigen.

Die geltenden Gesetze regeln das freie Laufenlassen von Hunden in einem gewissen Rahmen auf eidgenössischer, kantonaler und kommunaler Ebene. Dennoch bleibt meist ein Ermessensspielraum. Der Freilauf ist Bestandteil der hundegerechten Haltung entsprechend dem Tierschutzgesetz. Freilauf darf aber nicht auf Kosten anderer Tiere oder Menschen gehen.

Sache des gegenseitigen Respekts

Der im neuen Tierschutzgesetz verordnete Sachkundenachweis soll dazu dienen, dass Ausbildner den Halterinnen und Haltern nebst den Gesetzen die Regeln des Respekts und der Rücksichtnahme vermitteln. Das ist notwendig, weil vor allem in den Agglomerationen die Lebensräume enger werden. Zwar haben nur wenige Gemeinden eine Leinenpflicht, dennoch gehören Hunde in Wohngebieten eigentlich an die Leine.

Wer seinen Hund frei laufen lässt, hat ihn jederzeit und in jeder Situation zurückzurufen, wenn Spaziergänger, Biker oder andere Hundehalter entgegenkommen. Hier gilt der Anstand – der Spruch «er macht scho nüt», gilt nicht. Grundsätzlich ist ein Hund ab der Leine nie unbeaufsichtigt oder ausser Sichtweite, denn er ist und bleibt ein Beutejäger. Beim Kreuzen wird der Hund so geführt, dass er niemanden belästigt; kann das der Halter gewährleisten, ist er nicht mehr für die Hundeangst Entgegenkommender verantwortlich.

Für viele Hundehalter besonders grösserer Hunde bildet die Leine das Übel. Ein Halter mit gutem Leinenhandling und der richtigen Ausrüstung hat keine Probleme, an der Leine zu gehen – und sein Hund ebenso wenig. Hat der Hund das als Welpe nicht gelernt, braucht es das richtige Training, Geduld und Einfühlungsvermögen, es ihm beizubringen.

Der Autor ist selber Hundehalter und Ausbildner für den Sachkundenachweis.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1