Die Schweizer Fussballmeisterschaft 2011/2011 ging mit einem dramatischen Herzschlagfinale zu Ende. Der FC Basel hat seinen Meistertitel erfolgreich verteidigt und wird die Schweiz ab diesem Spätsommer in der Champions League vertreten. Selbst in der Challenge League blieb es bis zur letzten Partie spannend. Das Fazit: Lausanne steigt ins Oberhaus des Schweizer Fussballs auf und Servette kämpft in der Barrage gegen Bellinzona um den letzten Platz in der Super League.

Während Basel, der FCZ und Lausanne beste Werbung für den Schweizer Fussball betreiben, spielten die Aargauer Fussballklubs im Aufstiegsrennen der Challenge League keine Rolle - im Gegenteil: Sowohl Aarau wie der FC Wohlen müssen froh sein, nicht in die 1. Liga abgestiegen zu sein. Für Alfred Schmid hat die «durchzogene» Saison mehrere Gründe. «Nach dem Abstieg aus der Super League haben wir das Niveau in der Challenge League unterschätzt», sagt der Präsident des FC Aarau.

Schmid stellt Spielern ein Ultimatum

Tatsächlich wird in der zweithöchsten Spielklasse in erster Linie ein kampfbetonter Fussball praktiziert. Diesem Umstand hat der Aarau-Präsident laut eigener Aussage zu wenig Rechnung getragen und sich vielmehr auf ein Team, gespickt mit technisch beschlagenen Fussballern, verlassen. Damit hat die falsche Kaderzusammensetzung massgeblich zur verkorksten Saison beigetragen.

Allerdings versichert Schmid im Gespräch mit der az, diesen Fehler nicht zu wiederholen. Deshalb werde das Team auf kommende Saison hin punktuell verstärkt. «Wir brauchen Spieler, welche sich vor hart geführten Zweikämpfen nicht fürchten». Der FC Aarau ist somit auf der Suche nach grossen und robusten Fussballern. «Das ist so, wobei auch kleine Spieler kampfbetont zu Werke gehen können. Das ist auch eine Kopfsache», präzisiert Schmid.

Aufstieg: Ja, aber nur mit Baubewilligung

Welche Spieler konkret auf der Wunschliste von Trainer René Weiler stehen, will Schmid noch nicht verraten. «Wir brauchen eine Achse». Will heissen: Schmid sieht in der zentralen Abwehr, dem Mittelfeld und im Sturm handlungsbedarf. «Die Verhandlungen laufen». Bei optimalem Verlauf der Vertragsverhandlungen könne Schmid bereits nächste Woche einen ersten Transfer bekannt geben. Schmid betont, das Kader nicht komplett auf den Kopf stellen zu wollen, sendet jedoch ein unmissverständliches Signal an seine Mannschaft: Spieler, die vor jedem Duell Mann gegen Mann zuerst an die eigene Gesundheit denken, seien beim FC Aarau nicht mehr willkommen.

Derweil haben die Bilder von der Aufstiegsfeier in Lausanne auch im Aargau Hoffnungen auf einen Wiederaufstieg geweckt. Diese Erwartungen erstickt Schmid bereits im Keim. Zwar wünscht sich Schmid den Aufstieg in die Super League, doch dann würde dem Klub ein Stadionstreit mit der Swiss Football League drohen. Der Grund: Das Aarauer Brügglifeld genügt den Standards im Fussballoberhaus nicht mehr. «Deshalb ist es wichtig, dass wir die Baubewilligung für das Torfeld Süd erhalten», sagt Schmid. Bis die Bewilligung nicht erteilt ist, bleibt Schmid mit der Zielsetzung vorsichtig. «Wir wollen nächstes Jahr zwischen Rang vier bis acht etablieren».

Wohlen strebt Ligaerhalt an

Während sich Aarau in der kommenden Saison deutlich steigern will, heisst das Ziel in Wohlen: Ligaerhalt! Um dieses Ziel zu erreichen, will auch Wohlen-Präsident Andreas Wyder die Mannschaft verstärken. «Auf dem Flügel müssen wir etwas tun - vor allem auf der linken Seite». Ansonsten möchte Wyder, dass die Mannschaft zusammenbleibt. Dieses Ziel scheint jedoch schwer zu erreichen sein, angesichts dessen, dass bislang kein Spielervertrag verlängert wurde. Wyder will dies nicht überbewerten. Es liege in der Natur der Sache, dass die Spieler Jahr für Jahr bessere Konditionen aushandeln wollten. «Die Frage ist einfach, ob das für uns finanzierbar ist».

Trainer Schönenberger mit guten Karten

Neben den Vertragsverhandlungen mit den Spielern wird sich Wyder mit Übergangstrainer Urs Schönenberger über eine Vertragsverlängerung an einen Tisch setzen. Ob Schönenberger auch nächste Saison Trainer in Wohlen sein wird, wollte Wyder nicht sagen. «Er hat sicher gute Chancen auf einen Vertrag». Sicher ist, dass Schönenberger gestärkt in die Vertragsverhandlungen steigen wird. Zur Erinnerung: Kaum wurde Schönenberger in Wohlen an der Seitenlinie installiert, wurde der Ligaerhalt innert Kürze sichergestellt. Diese Leistung anerkennt auch Wohlen-Präsident Wyder. Schönenberger habe nach dem Trainerwechsel dank seiner Persönlichkeit die Blockade der Mannschaft lösen können. «Schönenberger hat seine Sache hervorragend gemacht».