Er geht an Jungwacht Blauring Aargau und die Begründerin des Freiwilligendienstes am Kantonsspital Aarau. Jeder dritte Aargauer, jede dritte Aargauerin ist engagiert als Juniortrainer in einem Sportklub, im Vorstand des Kulturvereins, in einer Gemeindekommission, bei der Pfadi etc. Man nennt das institutionalisierte Freiwilligenarbeit. Dazu kommen noch die nicht erfassbaren Dienste in der Nachbarschafts- oder Verwandtenhilfe, die so genannte informelle Freiwilligenarbeit. Unzählige Stunden unentgeltlich geleisteter Einsätze zum Wohl der Allgemeinheit kommen so zusammen, die nicht bezahlbar wären, müsste denn der Staat oder das Individuum dafür aufkommen.

Dafür ist eine Anerkennung mehr als angebracht, sagte man sich beim Verein Benevol, der mit einem Leistungsauftrag des Kantons in Aarau eine Fachstelle für Freiwilligenarbeit als Drehscheibe für all die Vereine und Organisationen, in denen uneigennützige Helfer im Einsatz sind, betreibt. Gestern hat der von EVP-Grossrätin Lilian Studer präsidierte Verein im Rahmen eines Kongresses zum Thema zum ersten Mal den Aargauer Freiwilligenpreis verliehen. Überreicht wurde er durch Regierungsrätin Susanne Hochuli, die dabei gleich eines klarstellte: «Der ganze Saal ist voller mutiger Menschen, die sich für das Allgemeinwohl einsetzen, es gibt in der Freiwilligenarbeit keine Sieger und Verlierer, jeder Einsatz ist für die Öffentlichkeit gleichwertig.»

90 Freiwillige dabei

Dotiert ist der Freiwilligenpreis mit 2000 Franken für die gekürte Institution und 500 Franken für die ausgezeichnete Einzelperson denn auch verhältnismässig bescheiden. Er ist in erster Linie eine symbolische Anerkennung und steht stellvertretend für das unentgeltliche Engagement, dass landauf, landab an den Tag gelegt wird. Preisträger sind Jungwacht Blauring Aargau und Ruth Straumann, die den Freiwilligendienst am Kantonsspital Aarau aufbaute und weit über das Pensionierungsalter hinaus bis vor wenigen Tagen leitete.

Jubla City heisst das Projekt für das nächste Kantonstreffen von Jungwacht und Blauring, das im September nächsten Jahres stattfinden wird und für das in Brugg eine eigene kleine Stadt aufgebaut wird, «wo Kinder noch Kinder sein dürfen», wie Jubla-Leiter David Schmocker es anlässlich der Preisverleihung ausdrückte. Der Freiwilligenpreis ist die Anerkennung für ihn und all seine Kollegen, die das möglich machen.

Einzel-Preisträgerin Ruth Straumann hatte 1977 die Idee für eine Institution, die heute nicht mehr aus dem Betrieb des Kantonsspitals Aarau wegzudenken ist: Sie baute den Dienst von inzwischen um die 90 Freiwilligen auf, die sich um Spitalpatienten ohne Angehörige kümmern, ihnen den Spitalaufenthalt durch Besuche verkürzen, sie beim Spitaleintritt begleiten etc. Stellvertretend für die Jury hielt Robert Rhiner vom Departement Gesundheit und Soziales fest: «Der enorme Einsatz der Freiwilligen ohne darüber nachzudenken, was zurückkommt, ist unverzichtbar, ohne ihn würde das Gemeinwesen nicht funktionieren.»