Nationalfeiertag
Der Buure-Brunch ist schon fast ausgebucht

Am 1. August frühstücken auch Aargauerinnen und Aargauer gerne auf dem Bauernhof. Wer jetzt noch auf einem der 14 teilnehmenden Betriebe im Kanton Aargau einen Platz erhalten möchte, muss sich sputen.

Toni Widmer
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Imagepflege für die Landwirtschaft: 1.-August-Brunch bei Familie Sandmeier im Seenger Roos. az-Archiv/to

Imagepflege für die Landwirtschaft: 1.-August-Brunch bei Familie Sandmeier im Seenger Roos. az-Archiv/to

Im nächsten Jahr feiert der «1.-August-Brunch auf dem Bauernhof» sein 20-Jahr-Jubiläum. Die Beliebtheit des traditionell reichhaltigen, landestypischen «Buure-Zmorge» am Bundesfeiertag ist auch im Aargau ungebrochen. Laut Cornelia Schmid vom Bauernverband Aargau (BVA) ist die Nachfrage dieses Jahr grösser als das Angebot: «Aus verschiedenen Gründen machen mehrere traditionelle Anbieter eine Pause. Statt wie in den vergangenen Jahren üblich auf 17 bis 20 Bauernhöfen, gibt es den Brunch 2011 nur auf 14 Betrieben.»

Frühzeitige Anmeldung nötig

Wer einen Platz ergattern wolle, müsse sich sputen: «Von mehreren Anbietern haben wir gehört, dass sie bereits ausgebucht sind. Bei grossem Andrang kurzfristig mehr Plätze bereitzustellen, ist meistens aus logistischen Gründen nicht möglich.» Neue Anbieter für die traditionelle Veranstaltung zu finden, sei nicht einfach. Der Bundesfeiertag fällt mitten in die Erntezeit, in der es auf einem Bauernhof ohnehin nicht an Arbeit mangelt. Vom Brunch werde der normale Arbeitsablauf stark tangiert: «Scheunen und Abstellplätze für Maschinen müssen geräumt und eingerichtet werden, der Betrieb ist während einer Woche ziemlich eingeschränkt.»

Dazu komme, dass mit dem Buure-Zmorge auch bei ausgebuchtem Haus und mehreren hundert Gästen kaum ein Zusatzeinkommen zu generieren sei. Es gehe an dieser Veranstaltung jedoch auch nicht darum. Vielmehr möchten Bauern und Bauernverbände damit den Kontakt zu den Konsumenten fördern und diesen einen vertieften Einblick in die Vielfältigkeit der Landwirtschaft verschaffen.

«Der Erfolg zeigt, dass es uns gelingt, mit dem 1.-August-Brunch das Verständnis für die Landwirtschaft zu erhöhen und somit gute Imagepflege für unseren Berufsstand zu betreiben», sagt Cornelia Schmid. Auch dieses Jahr wird an keinem 1.-August-Brunch eine politische Rede gehalten. Das ist unerwünscht. «Wir kommunizieren im Vorfeld jeweils schriftlich, dass am Brunch nur Imagepflege für die Landwirtschaft betrieben werden darf und politische Aktivitäten zu unterlassen sind», erklärt Schmid.

Bauernverband kontrolliert Einhaltung der Vorgaben

Von den Bauernverbänden wird die Einhaltung dieser Vorgabe kontrolliert: «Wir besuchen jährlich verschiedene Veranstaltungen, überwachen die angekündigten Aktivitäten aber auch über die Homepages der Betriebe sowie über die Veranstaltungshinweise in den Medien. Werden Politiker als Gastredner angekündigt, greifen wir ein.»

Im Aargau, sagt Schmid, sei das schon vorgekommen. In der Regel würden die Vorgaben aber eingehalten. «Wir sind uns bewusst, dass in einem Wahljahr der Buure-Brunch für viele Politikerinnen und Politiker ein gefragtes Forum wäre, und wir wissen, dass verschiedene unserer Veranstalter von National- oder Ständeratskandidatinnen und -kandidaten angefragt worden sind. Trotzdem wird es auch dieses Jahr keine Reden an unseren Brunchs geben», hält Cornelia Schmid deutlich fest.

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