Badisaison

Der August rettete die Saison der Aargauer Badis

Viel zu selten waren die Badis im Aargau ausgelastet letzte Saison. Im Bild die Badi Walzimatt in Menzikon.

Viel zu selten waren die Badis im Aargau ausgelastet letzte Saison. Im Bild die Badi Walzimatt in Menzikon.

Diesen Sommer glänzte die Sonne oft durch Abwesenheit. Darunter leiden vor allem die Badis, könnte man meinen. Doch lief es bei einigen Schwimmbädern im Kanton gar nicht so schlecht, wie eine Umfrage zeigt.

«Das Ergebnis für diese Saison war in etwa identisch mit dem der letzten Saison», sagt Willi Schurr, Badmeister der Badi Brugg. Mit 40‘000 Eintritten hatte das Bad diese Saison etwa so viele Gäste wie in der letzten Saison.

Damit steht die Badi Brugg nicht alleine da. Auch andere Badis erlitten nur einen kleinen Einbruch in dieser Saison. So hatte die Badi in Obersiggenthal mit 58‘000 Eintritten nur rund 1000 Eintritte weniger als letztes Jahr. Auch im Tägi in Wettingen konnte die Saison halbwegs gerettet werden mit rund 65‘000 Eintritten im Gegensatz zu 75‘000 Eintritten im Zehnjahresdurchschnitt.

Schlecht war die Badesaison heuer dagegen in Baden, wo nur 93‘000 Eintritte verbucht. Das langjährige Mittel liegt bei 110'000. Dass es auch anders geht, zeigt hingegen die Badi Suhr, wo 72‘000 Eintritte von diesem Jahr den 60‘000 vom letzten Jahr gegenüberstehen. Wobei hier sicherlich auch die Bauarbeiten und die damit verbundene frühere Schliessung der Aarauer Badi mitspielt.

In Brugg kamen fast die Hälfte aller Gäste im August

Welche Badi man auch fragt; überall war es der August, der die Saison rettete. In Baden beispielsweis kamen im August 35'000 Leute in die Badi, im Juli waren es nur deren 18‘000. Auch in Obersiggenthal machte der August mit 20‘800 Eintritten mehr als einen Drittel aller 58‘000 Eintritte aus. Ebenso kamen im Tägi mit 28‘500 Eintritten im August die Gäste zahlreich, im Vorjahresmonat waren es noch deren 9500. Auch in Suhr waren es 27‘384 Eintritte im August, während im Mai, Juni und Juli jeweils 14‘000 Gäste kamen. Am deutlichsten wird die Rolle des Monats August in Brugg: Denn hier wurde mit 16‘500 Eintritten fast die Hälfte aller Eintritte im August erzielt. Im Vorjahresmonat waren es noch deren 10‘000 gewesen.

Ein Wochenende, an dem einfach alles stimmt

Während es im August für die Badis gut lief, kam es: Das Wochenende, von dem es vielleicht 2 oder 3 gibt in der Saison. «Wir hätten lediglich ein oder zwei weitere solche Wochenende gebraucht in dieser Saison», sagt Thomas Weber, Betriebsleiter vom Hallen- und Gartenbad Obersiggenthal. Ein Wochenende, an dem einfach alles stimmt: Nicht nur, dass es heiss und schön sein muss; die Leute müssen auch schon wieder zurück aus den Ferien sein und wieder Lust auf das kühle Nass bekommen haben - es muss also zuvor kälter gewesen sein.

Der 21. August änderte die Saison

Der Sonntag jenes Wochenendes fiel auf den 21. August. Wo man auch fragt, war dies der Rekordtag nicht nur der Saison, sondern auch der letzten paar Jahre. So kamenan jenem Sonntag 2200 Gästze nach Obersiggenthal, 3165 nach Suhr, 4346 nach Wettingen ins Tägi, und mit 5137 Gästen kam regelrecht eine Kleinstadt in die Badener Badi. Auch in Brugg bedeuten die 2124 Eintritte Rekord, und zusammen mit den 3 darauffolgenden Tagen kamen mit 6574 Eintritten ein wichtiger Teil der Saison zusammen. «Das war eine verrückte Woche», sagt Schurr.

Im Juli kamen fast nur die Sportschwimmer

Rund einen Monat vor dem Rekordwochenende sah es noch ganz anders aus: So kamen am 17. Juli gerade mal 11 Gäste nach Brugg, auch in Baden kamen nicht mehr als 24 Gäste. «Zieht man dann noch die Sportschwimmer ab, die sowieso bei jedem Wetter kommen, bleiben so gut wie keine Gäste mehr übrig», sagt René Saurenmann, Betriebsleiter der Badi Baden.

«Wirschaftlich interessante» Saison

Doch nicht nur der heisse August, sondern auch schon der warme Frühling im Mai tat den Schwimmbädern gut. «Der Mai hat uns die Saison gerettet», sagt beispielsweise Saurenmann. Denn so hätten sie mit einem Polster von 15‘000 Eintritten in die schlechte Saison starten können. Doch spielt hier noch ein anderer Umstand mit hinein: Ist es im Frühling schön, kaufen viele Leute ein Abo, da sie noch nicht gesättigt sind und ja noch die ganze Saison vor sich haben. Zudem haben sie da auch noch Vorsätze», sagt Weber mit einem Schmunzeln. Wird es dann später aber in der Saison noch einmal schön, würden die Leute, die vorher aufgrund des schlechten Wetters kein Abo gekauft haben dies nun auch nicht mehr tun und Einzeleintritte lösen, was für das Schwimmbad lukrativer ist. «Wirtschaftlich gesehen war die Saison interessant, da es im August erst richtig schön wurde», so Weber.

Flexible Öffnungszeiten als wichtiger Faktor

Was lernen die Schwimmbäder aus der gelaufenen Saison? «Es läuft je länger, je mehr darauf hinaus, dass wir die Öffnungszeiten anpassen an das Wetter. Hätten wir nicht schon früher geöffnet dieses Jahr, wäre dies eine Katastrophensaison geworden» so Saurenmann. Es sei ihm aber klar, dass solch flexible Öffnungszeiten längst nicht allen Schwimmbädern möglich sei.

Keine schwarzen Zahlen

Doch lässt sich das grosse Geld auch mit Schwimmbädern nicht verdienen. Auch bei vielen Besuchern ist es keinesfalls so, dass automatisch mehr Gewinn erwirtschaftet wird, da auch mehr Personal, mehr Chemie und mehr Frischwasser benötigt werden. «Die Einnahmen sind höher, dafür werden auch die Ausgaben höher sein,» gibt Steve Radam, Betriebsleiter der Badi Suhr zu bedenken.

3 Franken teurerer Eintritt, um selbsttragend zu sein

Während man in Brugg davon ausgeht, schwarze Zahlen schreiben zu können, ist sich Weber von der Badi Obersiggental sicher, dass auch dieses Jahr einen Verlust resultieren wird. «Wir erwirtschaften jährlich ein Betriebsdefizit von etwa 300‘000 Franken.» Bei insgesamt 110‘000 Eintritten jährlich müssten die Eintrittspreise um 3 Franken erhöhen werden, um Selbsttragend sein zu können, so Weber. «Doch gibt es die Faustregel: Je grösser die Kommunale Anlage, desto grösser das Defizit.»

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