Die Schweiz erhält gemäss der «SonntagsZeitung» in der Links-Rechts-Achse den Wert 51.3, der Aargau 54.3 (ganz links = 0; ganz rechts = 100). Hermann führt dies auf die eher noch ländliche Struktur und auf fehlende Grossstädte zurück. Dass der Aargau grossmehrheitlich politisch Mitte-rechts tickt, spiegelt sich auch im Kantonsparlament wieder, in dem die bürgerlichen Parteien klar in der Mehrheit sind.

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Was auffällt, ist der ausgeprägte Stadt-Land-Graben im Kanton. Die grösseren Aargauer Städte Aarau, Baden und Rheinfelden wählen links, auch Städtchen wie Aarburg, Bremgarten oder Kaiserstuhl stehen aber eher links der Mitte. Auf der Skala nach links gerutscht sind seit der letzten Erhebung 2007 gemäss Hermann auch stadtnahe Gemeinden wie Turgi oder Neuenhof. Zu einem Rutsch nach links kommt es nicht nur, wenn linke Parteien mehr Zuspruch finden, sondern auch wenn wie in Neuenhof BDP und GLP auf Kosten der SVP zulegen. Was ebenso hervorsticht, ist die politisch eher rechte Ausrichtung um die drei Atomkraftwerke Leibstadt sowie Beznau I und II. Alle Gemeinden um die AKW finden sich in den vorderen Rängen.

Die SVP als einzige Ortspartei

Ganz rechts im Aargau steht die 300-Seelengemeinde Mandach im Bezirk Brugg. «Wir sind noch sehr landwirtschaftlich geprägt und haben bisher wenig Zuzüger aus urbanen Gebieten», sagt der parteilose Gemeindeammann Rolf Gysin. Ausserdem gibt es nur eine einzige Ortspartei: die SVP. Sie hat denn auch an den letzten Nationalratswahlen vergangenen Herbst 61,8 Prozent aller Wählerstimmen im Dorf geholt, das zweitbeste Ergebnis im ganzen Kanton nach Leibstadt.

Am anderen Ende der Skala ganz links steht Ennetbaden. Die Gemeinde mit 3000 Einwohnern gleich neben Baden profitiert vom städtischen Umfeld. «Wir haben einen sehr hohen Anteil an Akademikern, die eine weltoffene Haltung einbringen», sagt der SP-Gemeindeammann Pius Graf. So habe man Tagesstrukturen und Blockzeiten an den Schulen als eine der ersten Gemeinden im Kanton eingeführt.