Die unterlegenen Sozialdemokraten überlegen sich, eine Volksinitiative zu lancieren. Das Kantonsparlament verwarf den SP-Vorstoss mit 87 zu 37 Stimmen. Für die Abschaffung der Pauschalsteuer hatten sich neben der SP einzig die Grünen ausgesprochen.

Die SP bezeichnete die Pauschalsteuer als «die absurdeste Speerspitze eines absurden Steuerwettbewerbes von Kantonen». Die SVP hielt dagegen, der Aargau solle den Standortvorteil Pauschalbesteuerung nicht abschaffen.

Auch die Regierung sprach sich gegen die Abschaffung aus. Die Pauschalbesteuerung habe für den Aargau mit 15 Betroffenen eine relativ geringe Bedeutung, sagte Finanzdirektor Roland Brogli (CVP). Die Steuer ist gemäss Regierungsrat «nicht ungerecht», sondern wird «nur als ungerecht empfunden».

Nach dem Nein des Parlamentes will die SP allenfalls eine Volksinitiative lancieren, wie Kantonalpräsident und Grossrat Marco Hardmeier auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Es bestehe jedoch noch kein Zeitplan.

In Zürich abgeschafft

Im Februar 2009 hatte das Zürcher Stimmvolk einer Volksinitiative zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung zugestimmt. Seit 2010 gibt es dieses Steuermodell im Kanton Zürich nicht mehr. Zwei Pauschalbesteuerte zogen danach in den Kanton Aargau um.

Auf dem Prüfstand war die Pauschalbesteuerung auch in den Kantonen Thurgau und Glarus. Sowohl das Thurgauer Stimmvolk wie auch das Glarner Landsgemeinde lehnten eine Abschaffung jedoch knapp ab.