Bildung

Den Lehrer-Quereinsteigern wird ein kalter Wind entgegenwehen

Mit Harmos kommt 2015 das sechste Primarschuljahr. Deshalb sollen Seklehrer in die Primar wechseln – freiwillig, hofft der Kanton. (Symbolbild)

Mit Harmos kommt 2015 das sechste Primarschuljahr. Deshalb sollen Seklehrer in die Primar wechseln – freiwillig, hofft der Kanton. (Symbolbild)

Die Quereinsteiger-Kurse sind bei den Lehrern beliebt. Ob sie im Aargau, wenn der Systemwechsel auf 6 Jahre Primarschule und 3 Jahre Oberstufe kommt, noch als Sekundarlehrer gesucht sind, ist allerdings nicht klar.

Vor drei Jahren herrschte ein enormer Lehrermangel. Der Beruf hatte an Attraktivität verloren. Der Bedarf an Lehrer aber sank nicht. Diese Chance wollten damals tausende Quereinsteiger packen und absolvierten eine verkürzte Ausbildung, angeboten von pädagogischen Hochschulen. Doch gerade für die Oberstufen-Quereinsteigenden sieht die Zukunft heutzutage nicht lukrativ aus.

Ab diesem Zeitpunkt braucht es einen Viertel weniger Oberstufen-Lehrer. Mit der Strukturumstellung verschlechtern sich im Kanton Aargau die Aussichten auf eine Sekundarlehrer-Stelle für Quereinsteigende enorm. Esther Erne Feusi, Präsidentin des Sekundarlehrer-Verbands Aargau, sagt dazu: «Während der zweijährigen Ausbildung arbeiten die Studenten 50 Prozent. Doch die, die in jetzt mit der Ausbildung begonnen haben und nach der Umstrukturierung eine 100 Prozent Stelle suchen, werden es nicht einfach haben. Denn ein Viertel der Stellen werden fehlen. Es wird zu Entlassungen der Dienstjüngsten kommen. Das sind vor allem die Quereinsteiger.»

Abschluss von geringem Wert

Ein Grund für die vielen Absagen auf die Stelleninserate dürfte auch der mangelhafte Abschluss sein. Denn gemäss der «Basler Zeitung» gebe es für Quereinsteiger einzig einen Abschluss in Form einer kantonalen Lehrbefähigung. Diese hat keinen Einfluss auf die Lohnklasse.

Bislang waren die Ausbildungsangebote für Quereinsteiger von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Bildungsdirektoren EDK nicht anerkannt. Jetzt hat die EDK jedoch neue Regeln für die Ausbildung festgelegt, mit denen künftige Absolventen auch in Besitz eines Diploms kommen können. Dies ist aber für die jetzigen ausgebildeten Quereinsteiger kein wirklicher Trost.

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