Leserwandern
Dem Rhein entlang zum heilenden Wasser

259 az-Leserwanderer lernten auf der Strecke Mellikon–Bad Zurzach die Perlen des Zurzibiets kennen.

Angelo Zambelli (Text und Fotos)
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Impressionen der Wanderung von Mellikon nach Bad Zurzach
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Impressionen der Wanderung von Mellikon nach Bad Zurzach

Aargauer Zeitung

Die Fahrgäste des Zuges Bad Zurzach–Kaiserstuhl schauten ob der Menschenmassen verwundert drein und noch mehr staunte die Bevölkerung des 250-Seelen-Dorfes Mellikon beim Anblick der Menschentraube, die sich bei der Haltestelle anschickte, die 10. Etappe der az-Leserwanderung unter die Wanderschuhe zu nehmen.

Nahrhafter erster Aufstieg

Die az-Leserwanderinnen und -Leserwanderer – unter ihnen Patricia Schreiber-Rebmann, Vorgängerin des amtierenden Zurzibieter Grossratspräsidenten Theo Voegtli – warteten wie eine Herde junger Rösslein auf das «go» des Wanderleiters Thomas Röthlin. Die ersten paar hundert Meter auf dem Weg nach Wislikofen hatten es in sich und sorgten bei allzu forscher Gangart da und dort für leichte Verhärtungen in der Wadenmuskulatur. Dann war das Schlimmste überstanden: In sanften Windungen führte der Weg zur Propstei Wislikofen, wo die Wanderschar mit kühlen Getränken und vorzüglich schmeckender Käsewähe verwöhnt wurde.

Gänsemarsch dem Rhein entlang

Der Weg zurück zum Ausgangspunkt Mellikon war so leicht, wie der Aufstieg beschwerlich gewesen war. Was nun folgte, hat vermutlich auch ausgewiesene Wanderer beeindruckt: aussergewöhnlich die gut ausgeschilderte Route entlang des Rheins mit dem Kleinschwimmbad Mellikon, dem Kraftwerk Reckingen, einem auf deutscher Seite über die Baumwipfel dahingleitenden Gasballon und dem Gänsemarsch erzwingenden Rheinuferweg bis Rekingen. Aussergewöhnlich auch der Spaziergang der untergehenden Sonne entgegen über das historische Kirchlibuck zum vorläufigen Tagesziel Bahnhof Bad Zurzach. Für diejenigen, die aus Zeitgründen auf das Gratisbad bei Vollmondschein verzichten mussten, endete hier die 10. Etappe der Leserwanderung.

Diejenigen unter den 259 Wanderern, die sich den speziellen Spass eines Bades im heilenden Zurzacher Wasser nicht entgehen lassen wollten, mussten sich noch kurz anstrengen, ehe sie die Wanderausrüstung mit den Badekleidern tauschen konnten. Im Bad erlebten die Wanderinnen und Wanderer endlich, weshalb die 10. Etappe als «Vollmondwanderung» angepriesen worden war: Welch ein Genuss, sich nach zweieinhalbstündigem Marsch vom Wasser aus den Düsen des Thermalbades massieren zu lassen und dabei – völlig entspannt – dem Aufgang des Vollmondes zuzuschauen.

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