Rheinfelden

Das neue Rheinkraftwerk hängt am Netz

Das neue Flusskraftwerk, im Vordergrund das Betriebsgebäude, fügt sich nahtlos in die Rheinfelder Industrielandschaft ein; festgehalten vom Aussichtspunkt Grütt aus, wo es auf Schweizer Seite noch Infotafeln gibt.

Das neue Flusskraftwerk, im Vordergrund das Betriebsgebäude, fügt sich nahtlos in die Rheinfelder Industrielandschaft ein; festgehalten vom Aussichtspunkt Grütt aus, wo es auf Schweizer Seite noch Infotafeln gibt.

Zur offiziellen Einweihung nächsten Donnerstag kommt auch Bundesrätin Doris Leuthard nach Rheinfelden. Das grenzüberschreitende Projekt kostete rund 600 Millionen Franken.

Vom Jahrhundertbauwerk ist die Rede, beide Städte Rheinfelden sind besonders stolz auf das neue Kraftwerk. Es produziert mit 600 Millionen Kilowattstunden an Leistung künftig mehr als dreimal so viel Strom wie die alte Anlage, die mittlerweile abgerissen und somit geschrottet ist. Der Blick richtet sich in die Zukunft, wenn kommenden Donnerstag bei der Energiedienst AG (ED) viel Prominenz zu Gast ist. Nach rund achtjähriger Bauzeit darf endlich Einweihung gefeiert werden.

Das grenzüberschreitende Projekt erforderte rund 600 Millionen Franken. «Wir liegen voll im Kostenrahmen, die Endabrechnung steht natürlich noch aus», bestätigt Helmut Reif, von Anfang an Projektleiter dieses ehrgeizigen und derzeit in Europa einmaligen Neubauprojekts zur Nutzung der regenerativen Wasserkraft. Reif hat übrigens ein Lebenswerk hinterlassen und geht im nächsten Frühjahr in Pension. Ein spezielles Anliegen war ihm stets, dass 65 ökologische Ausgleichsmassnahmen «zur Einbettung des neuen Kraftwerks in die Natur» realisiert werden. «Dafür investiert der Energiedienst allein rund 12 Millionen Euro.» Dieses Renaturierungsprojekt läuft derzeit auf Hochtouren. Bedeutendste Massnahme ist das naturnahe Fischaufstiegs- und Laichgewässer, das voraussichtlich ab März nächsten Jahres vielfältigen Tier- und Pflanzenarten als neuer Lebensraum dienen kann.

Freude herrscht - wegen Leuthard-Besuch

Zunächst herrscht aber Freude bei den ED-Leuten, denn Bundesrätin Doris Leuthard, Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr und Energie, will am Festakt zur Kraftwerkeinweihung dabei sein. Ebenso der neue baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Er hatte sich übrigens schon als «einfacher Abgeordneter» vor knapp einem Jahrzehnt als Grüner über den geplanten Rheinfelder Kraftwerkbau informiert, um sich auch Gedanken über den weiteren Ausbau der Wasserkraft zu machen. Und heute sitzt er am Schalthebel der baden-württembergischen Macht und bekannte sich längst schon zum Ausbau von Wasserkraftwerken an kleineren Flüssen oder am Rhein.

Freude über das neue Kraftwerk lässt sich auch aus den Diskussionen in beiden Rheinfelden heraushören. Künftig dürfen Spaziergänger und Velofahrer die Brücke am Kraftwerk benutzen, um die Rheinseite zu wechseln. Als Touristenattraktion geplant ist auch ein Pavillon, um jene Maschineneinheit mit Generator und Turbine auszustellen, die seit 1898 im alten Kraftwerk Strom produzierte. Doch nun gilt die Aufmerksamkeit dem Jetzt: Das neue Kraftwerk hängt am Netz und produziert Strom.

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