Gymnasium

Das Fach «Wirtschaft und Recht» wird nun doch nicht gestutzt

Das Fach «Wirtschaft und Recht» wird nun doch nicht gestutzt (Symbolbild)

Das Fach «Wirtschaft und Recht» wird nicht gestutzt. Dies hat die Regierung entschieden, nachdem heftiger Widerstand aufkam, als die Regierung das Fach stutzen wollte.

Das Bildungsdepartement (BKS) hatte dem Regierungsrat vorgeschlagen, die Stundentafel am Gymnasium ab 2012 zu ändern: Das Fach Einführung in Wirtschaft und Recht soll eine Lektion verlieren und noch zwei Wochenstunden in der 2.Klasse behalten; die Lektion in der 1.Klasse soll entfallen. Dafür erhält das Grundlagenfach Chemie eine zusätzliche Lektion. Dies in Befolgung der Vorgaben zur Revision des Maturitätsanerkennungsreglements (MAR).

Der Ressortleiter Wirtschaft und Recht in der Maturitätsprüfungskommission, Walter Rambousek, hat daraufhin den Widerstand gegen dieses Vorhaben organisiert und dazu etliche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Recht mobilisiert.

Mit Erfolg: Der Regierungsrat hat entschieden, dem BKS-Antrag nicht zu folgen. «Wirtschaft und Recht» kann seinen Besitzstand wahren. Das Fach Chemie erhält trotzdem eine Lektion mehr. Dafür werden das Fach Geografie und der Projektunterricht um je eine halbe Lektion gekürzt.

«Das Minimalziel ist erreicht»

Walter Rambousek zeigt sich über den Sieg sehr erfreut. «Damit haben wir das Minimalziel erreicht.» Er erinnert daran, dass «Wirtschaft und Recht» schon einmal eine Lektion hergeben musste: beim Sparpaket 2003. Doch für Rambousek ist dies nur ein «kleiner Etappenhalt»: Er will nun auf nationaler Ebene darauf hinwirken, dass «Wirtschaft und Recht» wieder ein obligatorisches Grundlagenfach wird. Diesen Status hat es mit der MAR-Revision verloren.

Einen Wermutstropfen findet Rambousek im Regierungsentscheid trotzdem: Er findet es falsch, das Fach Geografie, in welchem ebenfalls wirtschaftsnahe Themen unterrichtet würden, zu kürzen.

«Nun geht es gegen die Geografie»

Thomas Dittrich, Präsident des Aargauer Mittelschullehrerinnen- und -lehrervereins (AMV), stösst in einer ersten Reaktion ins gleiche Horn: Natürlich begrüsse man, schon aus standespolitischen Gründen, den kleinen Sieg für Wirtschaft und Recht.

«Gleichzeitig sind wir konsterniert über das fadenscheinige Argument der Zurückstufung der Geografie.» Dieses Fach habe man «als Brückenfach zwischen Umwelt und Gesellschaft» ursprünglich um eine halbe Lektion aufstocken wollen, nun gebe es eine Wende um 180 Grad.

Dittrich mutmasst: «Wie es scheint, haben beim regierungsrätlichen Entscheid rein finanzpolitische Überlegungen Regie geführt.»

Das Stichwort lautet «Kostenneutralität»: Wird an einem Ort aufgestockt, muss an einem anderen reduziert werden. Der AMV fordert demgegenüber, es sei die Geografie zu stärken, ohne ein anderes Fach zu schwächen.

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