Ständeratswahlen

Das Aargauer Kandidatenfeld um den Ständeratssitz wird immer bunter

Ständeratskandidat Pius Lischer. Eddy Schambron

Ständeratskandidat Pius Lischer. Eddy Schambron

Ein alter Bekannter meldet sich auf der Politbühne zurück. Auch dieses Jahr tritt der Freiämter Pius Lischer wieder als parteilose «Einzelmaske» zu den Wahlen an.

Das Feld der Ständeratskandidaten wird im Aargau immer breiter. Neuste Meldung: der 48-jährige IV-Rentner Pius Lischer aus Oberrüti, der schon vor vier Jahren als Ständeratskandidat, vor zwei Jahren als Regierungsratskandidat und zwischenzeitlich als Kämpfer für straffreies Kiffen von sich reden machte, will es auch dieses Mal wieder wissen.

Er tritt als Parteiloser an und will mit einer Liste der Parteifreien, auf der er vorderhand der einzige Kandidat ist, auch an den Nationalratswahlen teilnehmen. Dafür fehlen ihm bislang allerdings noch die erforderlichen 200 Unterschriften, von denen er erst 18 zusammenhat.

Er gibt nicht auf

So sehr er es mit seiner Kandidatur auch ernst meinen mag, gilt Pius Lischer natürlich nicht als ernst zu nehmender Kandidat in dem Sinn, dass er eine echte Wahlchance hätte. Aber immerhin: Bei den Ständeratswahlen vor vier Jahren erzielte er gut 6000 Stimmen, im ersten Wahlgang der Regierungsratswahlen 2008 waren es gut 17000, im zweiten Wahlgang 2009 dann noch etwas über 3000 Stimmen. Das ist doch ein Potenzial, das es zusammen mit den bereits bekannten Kandidaturen aus kleineren Parteien immer unwahrscheinlicher macht, dass die Ausmarchung im Favoritenfeld bereits im ersten Wahlgang entschieden werden könnte.

Politisch ist der «Exot» aus dem Freiamt schwer einzuordnen. Auf die Frage, wen er denn am ehesten neben sich als zweite Aargauer Standesvertretung in Bern sähe, nennt er zuerst Ulrich Giezendanner. Mit Pascale Bruderer könne er sich eine Zusammenarbeit aber auch vorstellen. Mit Christine Egerszegi weniger, die sei zu alt. Da er nichts von der herkömmlichen Parteipolitik hält, will Pius Lischer sich auch nicht in einem Links-Rechts-Schema positionieren lassen.

Aus SVP wieder ausgetreten

Kurzzeitig war er mal SVP-Mitglied, bei den letzten Grossratswahlen hätten ihm die Schweizer Demokraten einen Listenplatz angeboten, sagt Lischer. Aber mit Parteien hat er nichts mehr am Hut. Es brauche keine Parteipolitik, die Parteipolitiker wollten sich nur ihre Pfründe sichern. Ein Bundesrat – für diesen Posten hat er sich auch schon beworben – sollte seiner Meinung nach nicht mehr als 200000 Franken verdienen. Für seine Wahl wirbt er unter anderem auch mit dem Argument, dass das doch einmal ein Beispiel für eine erfolgreiche Reintegration von IV-Rentnern in den Erwerbsprozess wäre.

Das politische Projekt, das den Freiämter umtreibt, ist die Ablösung aller direkten Steuern durch Energie-Lenkungsabgaben. «An den nicht zweckgebundenen Steuern bereichern sich nur die verschiedenen Lobbys», so Ständeratskandidat Lischer. Mit seinem Plan hat er es auch schon zu nationaler «Berühmtheit» geschafft, zustande gekommen sind seine eidgenössischen Volksinitiativen dann aber doch nicht.

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