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Darf Suhr GC den Umzug nach Aarau verbieten?

Brügglifeld

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Die politische Gemeinde Suhr will die Grasshoppers nicht auf dem Brügglifeld. Das hindert den FC Aarau, den Stadionbetreiber und Politik nicht daran, weiter für einen Umzug des Rekordmeisters nach Aarau zu lobbyieren.

GC möchte nach Aarau und der FC Aarau will dem Rekordmeister dabei helfen. Das Problem: Die beiden Vereine haben die Rechnung ohne die Gemeinde Suhr gemacht. Sie will den Umzug des einstigen Nobelklubs nicht (az berichtete). Für Robert Kamer - Geschäftsführer des FC Aarau - nichts Neues. So bestätigt Kamer, dass sich die Gemeinde Suhr in einem Schreiben an den Aargauer Fussballverein über mögliche Meisterschaftsspiele der Grasshoppers auf dem Brügglifeld beschwert habe. «Seither sind wir mit den Verantwortlichen der Gemeinde im Kontakt».

FC Aarau klärt Vorgehen von Suhr juristisch ab

Nichtsdestotrotz arbeitet der FC Aarau daran, GC den Wechsel nach Aarau zu ermöglichen. Dabei agiert Peter Gloor, Präsident der Stadiongenossenschaft Brügglifeld, an vorderster Front. Im Gespräch mit der az sagt Gloor, dass zwischen ihm, dem FC Aarau und den Grasshoppers Gespräche stattfänden. «Wir arbeiten an einer Offerte». Diese soll im Verlauf der nächsten Woche an GC überwiesen werden. Gleichzeitig will Gloor wissen, ob die Gemeinde Suhr Meisterschaftsspiele der Grasshoppers auf dem Brügglifeld in der nächsten Saison tatsächlich verhindern kann. Diesen Vorgang bestätigt auch FCA-Geschäftsführer Robert Kamer.

Aarauer Politiker heissen GC willkommen

Neben dem FC Aarau und der Stadiongenossenschaft zeigen auch die Mehrheit der 50 befragten Aarauer Politiker Sympathie für einen möglichen Umzug der Grashoppers nach Aarau. «Ich bin dafür», antwortet Hanspeter Hilfiker (FDP). «Die Brügglifeld-Infrastruktur besteht und ist heute unternutzt», sagt Dito Oliver Bachmann (SP).

Sollte das Brügglifeld «wider Erwarten aktuell werden», so Markus Hutmacher (Grüne), erwarte er eine «verursachergerechte» Übernahme der Sicherheitskosten durch GC und eine Park-and-Ride-Lösung. Die Zürcher hätten schliesslich «aus rein finanziellen Gründen die Liebe zum Brügglifeld entdeckt».

Nur SVP will nichts davon wissen

Für Ulrich Bürgi (FDP) sind GC-Spiele im alten Stadion «realistisch» - aber nur, wenn GC absteigt. Ansonsten sähe Bürgi GC gern im neuen Stadion Torfeld Süd. Super-League-Spiele würden dessen Attraktivität erhöhen.

Reto Leiser (FDP) würde «ein Gastrecht an GC unter dem Aspekt der Ausnutzung des geplanten neuen Stadions sogar sehr begrüssen». Hier, aber nur hier, ortet auch Ueli Hertig (Pro Aarau) «kein Problem». Und für Christoph Schmid (SP) ist der «Weg Zürich-Aarau für Fans von GC zumutbar».

Marc Dübendorfer (SVP) lehnt GC im Torfeld Süd «tendenziell» ab: «Bis zur Stadioneröffnung ist der FCA wieder in der obersten Liga! Dieses Ziel würde durch die Präsenz von GC in Aarau wohl eher erschwert, da das eigentliche Aarauer Stammpublikum wohl lieber GC - Basel schauen ginge als FCA - Nyon.»

Aarau zahlt 220000 Franken an Sicherheitskosten

Auch für Heinz Suter (SVP) ist die Imagewirkung auf den FCA «fraglich», während Jürg Knuchel (SP) von einer «klaren Konkurrenzsituation» spricht. GC solle durchaus in Aarau spielen, «aber als Gegner des FCA in der Super League!». Für Jürg Dietiker (SP) muss Fussball «regional verankert sein - oder GC gibt als Gegenleistung dem FCA Gastrecht in seinem Kader = Grasshoppers-Club Aarau».

Sollte ein Wechsel der Grasshoppers mit Unterstützung der Politik und des FC Aaraus gelingen, stellt sich dennoch die Frage: Wie viel muss GC für die Sicherheit auf dem Brügglifeld aufwenden? Dazu wollte sich keiner der involvierten Parteien äussern. Fakt ist: Während der Super League Saison zahlte der FC Aarau ausserhalb der Spielstätte laut eigenen Angaben gegen 220000 Franken für die Sicherheit. In der Challange League liege dieser Kostenpunkt «deutlich tiefer».

Aarau zahlt keine Miete

Im Stadion selbst musste Aarau in der Super League 250000 Franken für die Sicherheit aufbringen - in der Challange League gegen 150000 Franken. Mietkosten bezahlt der FC Aarau keine. Der Grund: Der Verein hat der Stadiongenossenschaft die Vermarktungsrechte abgetreten. Im Gegenzug verzichtet der Stadionbetreiber auf einen Mietzins.

Zürich bleibt hart

Die Stadt Zürich nimmt die Suche der Grasshoppers nach einer neuen Spielstätte ihrerseits zur Kenntnis. Trotzdem stellt Mediensprecher Marc Caprez klar, dass die Entscheidung in Sachen Mietzinsreduktion gefallen sei. «Wir halten an der Gleichbehandlung der Vereine fest». Wäre Zürich der Forderung von GC nachgekommen, hätte die Stadt dies auch für den FC Zürich tun müssen. «Dies hätte Mindereinnahmen von zwei Millionen Franken zur Folge gehabt».

Letztendlich läuft die Zeit gegen die Grasshoppers. Am 24. Februar ist eine Sitzung des GC-Verwaltungsrates angesetzt. Dann werden die GC-Verantwortlichen entscheiden, wo sie nächste Saison ihre Heimspiele austragen wollen.

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