Die CVP Aargau lädt mit Blick auf die eidgenössischen Wahlen 2011 auf morgen Mittwoch zu einer Medienkonferenz nach Aarau. Ihre wiederkandidierenden Nationalrätinnen Esther Egger und Ruth Humbel werden dort ihre bisherige und künftige geplante Tätigkeit vorstellen. Der dritte CVP-Nationalrat, Markus Zemp, tritt bekanntlich nicht mehr an.

Vor allem aber will Parteipräsident Franz Hollinger an dieser Medieninformation publik machen, wen die Parteileitung zuhanden der Delegiertenversammlung für den Ständeratswahlkampf 2011 vorschlägt. Das Ziel hat Hollinger gegenüber der az bereits im Juni formuliert: «Wir wollen unseren Ständeratssitz zurückerobern.» Die Reihe der möglichen Kandidierenden kann nicht gross sein. Denn es muss ein politisches Schwergewicht zusagen, wenn die CVP den 1995 an die SVP verlorenen Ständeratssitz zurückholen will. Wie schwierig dies ist, zeigt, dass es 1999 selbst der aufstrebenden Doris Leuthard nicht gelungen ist.

Franz Hollinger schweigt eisern

Den Namen will Hollinger allerdings erst am Mittwoch bekannt geben. Wer ist es also? Die beiden Nationalrätinnen haben es 2003 bzw. 2007 versucht. Sie konzentrieren sich nun augenscheinlich auf ihr jetziges Mandat. Vom erfolgreichen CVP-Finanzdirektor Roland Brogli sind keine Gelüste für einen Wechsel nach Bern bekannt. Offenkundig kandidiert auch niemand aus der Parteileitung, also auch weder Parteipräsident Franz Hollinger noch Fraktionspräsident Peter Voser.

Indessen deutet vieles darauf hin, dass die Partei in der Person des CVP-Politikers und Präsidenten des Aargauischen Gewerbeverbandes (AGV), Kurt Schmid, fündig geworden ist. Tritt er 2011 für die CVP an? Der 56-jährige ist Betriebswirtschafter, Geschäftsführer und langjähriger Gemeindeammann von Lengnau. Seit 2008 präsidiert er den mächtigen Gewerbeverband. Seither ist er auch Mitglied der Gewerbekammer des Schweizerischen Gewerbeverbandes. 1989 bis 1993 sass Schmid zudem im Grossen Rat.

Er war 2007 OK-Mitglied des Eidg. Schwing- und Älplerfestes in Aarau. Seit 1998 ist er im Vorstand der Kantonalen Gemeindeammänner-Vereinigung, und er kämpft seit Jahren an vorderster Front für eine faire Fluglärmverteilung. Die Aufzählung ist längst nicht abschliessend. Sie zeigt, wie gut Schmid im ganzen Kanton vernetzt ist. Er wäre zweifellos das gesuchte Schwergewicht. Für eine Stellungnahme war er gestern Abend nicht erreichbar.

Zwei Kandidaten stehen fest

Klar ist bereits, dass die FDP-Ständerätin Christine Egerszegi wieder antritt und dass die SVP mit Ueli Giezendanner den bisher von Maximilian Reimann gehaltenen Sitz verteidigen will. Allgemein wird erwartet, dass die SP die derzeitige Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer ins Rennen schicken wird. Eine Kandidatur angekündigt haben auch die Grünen.

Zu erwarten ist, dass auch wieder Kleinparteien (chancenlose) Ständeratskandidaten nominieren werden. Dies erhöht jedoch deren Bekanntheit, was ihre Chance erhöht, im Nationalratswahlkampf zu punkten. Kurz: Dem Aargau steht ein sehr spannender Wahlkampf bevor.