Corona im Aargau
166'000 Personen mit Erst- und 89'000 mit Zweitimpfung

Neuster Wochenbericht des Kantonsärztlichen Dienstes zeigt eine Reproduktionszahl von unter 1.

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Die Lage im Gesundheitswesen ist weiterhin angespannt – dies insbesondere aufgrund der hohen IPS-Bettenauslastung. Das meldet der Kantonsärztliche Dienst in seinem neusten Covid-19-Wochenbericht. Diese sei neben einer relevanten Anzahl Covid-19-Patienten auch auf eine hohe Bettenbelegung von Non-Covid-19-Patienten zurückzuführen, heisst es weiter. Das sind beispielsweise Patienten mit Herzinfarkten, Komplikationen bei Krebsbehandlungen oder Blutvergiftungen. In den übrigen Abteilungen der Spitäler sind genügend Kapazitäten vorhanden.

Seit über einer Woche sinkende Tendenz

Seit Februar 2021 zeigt sich ein Anstieg der Fallzahlen mit zwischenzeitlichen Phasen der Stagnation. Doch seit über einer Woche ist jetzt eine sinkende Tendenz zu beobachten. Die Todesfallzahlen sind seit Mitte März 2021 angestiegen. Im Gegensatz zur zweiten Welle versterben nun kaum mehr Patienten in den Pflegeheimen. Die Positivitätsrate der Covid-19-Tests liegt aktuell bei 11,8 Prozent (PCR-Tests).

Auf der Basis eines umfassenden Testkonzepts startete im ganzen Kanton Aargau ab 3. Mai schrittweise das repetitive Testen in Betrieben, Schulen, Pflege­heimen und sozialmedizinischen Institutionen. Ab Mitte Juni bis zum voraussichtlichen Projektende Ende September sollen bis zu 200'000 Personen pro Woche getestet werden.

Die Impfkampagne läuft seit dem 5. Januar. Bis zum 6. Mai haben im Kanton Aargau 166568 Personen die Erstimpfung erhalten und 88'797 Personen die Zweitimpfung. Bisher wurden 295'850 Impfdosen geliefert.

Reproduktionszahl im Aargau sinkt auf 0,88

Der sehr wichtige R-Wert (Reproduktionszahl) liegt aktuell bei 0,88 (publiziert am 7. Mai), womit bei unverändertem R-Wert die Fallzahlen laut Kantonsärztlichem Dienst weiter sinken werden. Zum Vergleich: Schweizweit liegt dieser Wert derzeit mit 0,87 ganz minim tiefer. Übrigens war er im Aargau und schweizweit in der Vorwoche mit 0,97 noch deutlich höher.

Aufgrund der Lockerungsmassnahmen vom 19. April finden vermehrte soziale Kontakte zwischen den Personen statt, hält der Kantonsärztliche Dienst in seinem Wochenbericht weiter fest. Deshalb sei bei den infizierten Personen auch eine Zunahme der Kontaktpersonen zu beobachten. Zur Sicherstellung des Contact-Tracings werden die dortigen personellen Ressourcen gesteigert.

Covid-19-Verstorbene jetzt durchschnittlich 72 Jahre alt

Weiterhin werden bei Männern (53 Prozent) mehr laborbestätigte Ansteckungen gemeldet als bei Frauen. In der Woche vom 28. April bis 5. Mai wurden im Aargau wegen Covid-19 sieben Todesfälle gemeldet (Vorwoche auch sieben). Das Durchschnittsalter der so Verstorbenen ist letzte Woche auf 72 Jahre gesunken. Diese sieben Verstorbenen wurden zwischen 58 und 87 Jahre alt. Alle sieben sind im Krankenhaus verstorben. Sechs der Verstorbenen hatten sogenannte Komorbiditäten, davon vier jeweils gleich mehrere.

55 Covid-19-Patienten sind hospitalisiert

Hospitalisiert sind derzeit (Stand 7. Mai) 55 Personen, ein Minus von 11 Prozent gegenüber der Vorwoche. Auf den Intensivstationen waren gleichzeitig 40 Patientinnen und Patienten (mit und ohne Covid-19) gemeldet. 14 von ihnen waren Covid-19-Patienten. Alle 14 mussten beatmet werden (insgesamt wurden 27 Patienten beatmet). Die häufigsten Ansteckungsorte der letzten vier Wochen sind erstens die Familie, zweitens der Arbeitsplatz, drittens Bekannte/Nachbarn und glücklicherweise nur noch an vierter Stelle ein Heim. (mku)