Anders als in der restlichen westlichen Welt feiern Lenzburg und die anderen Gemeinden im Bezirk den Samichlaus-Tag nicht am 6. Dezember, sondern traditionell am zweiten Donnerstag im Dezember. Am Chlaustag ist in den Altstadtgassen Chlausmärt, die Kinder haben schulfrei. Die Nacht findet Lenzburg das statt, was andernorts Schulsilvester heisst: Die Kinder und Jugendlichen spielen der Bevölkerung Streiche und treiben allerlei Unfug. Diese Aktivitäten haben ein paar Jahre lang überbordet, Sachbeschädigungen und Vandalenakte wurden fast zur Regel.

Vor sechs Jahren sind die Schul- und Stadtbehörden aktiv geworden und haben zusammen mit der Stadtpolizei und den Vereinen das Brauchtum wieder in die richtigen Bahnen zu lenken versucht. Die Durchführung verschiedener Aktivitäten am Vorabend (Fussballturnier in der Dreifachturnhalle Angelrain und «Chill-out»-Veranstaltung im Jugendhaus Tommasini) sowie die Begleitung der Jugendlichen auf ihren nächtlichen Zug von Staufen nach Lenzburg hat sich bewährt. Auch dieses Jahr blieb es bei ein paar Streichen, die Polizei vermeldete erneut eine ruhige Nacht ohne Sachbeschädigungen.

Lenzburger Chlausnacht 2012

Lenzburger Chlausnacht 2012

Viele Chlöpfer und Tambouren

Besonders erfreulich, dass sich – angeleitet von engagierten Erwachsenen – immer mehr Jugendliche in der Chlausnacht als Tambouren und Chlauschlöpfer betätigen. Es war ein beeindruckender Zug durch die kalte, klare Nacht und vom verursachten Lärm, der allen Lenzburger wie Musik in den Ohren klingt, dürfte sich einmal mehr auch der im Gofi versteckte Samichlaus nicht entzogen haben. Er wird somit auch am diesjährigen Lenzurger Chlausmärt in die Stadt hinunter steigen und der Altstadt mit seinem Gefolge die Referenz erweisen.

Die Marktfahrerinnen und Marktfahrer haben ihre Stände bereits in der Morgendämmerung aufgestellt, das Wetter scheint mitzuspielen und einem herrlichen Markttag im Städtchen dürfte somit nichts mehr im Weg stehen.