Cartons du Coeur Aargau
Coronajahr stellte die Lebensmittelhilfe vor grosse Herausforderungen

Der Verein «Cartons du Coeur – Lebensmittelhilfe Aargau» hatte im vergangen Jahr mit den durch die Pandemie veränderten Bedingungen zu kämpfen. So konnte nur etwa ein Viertel der sonst üblichen Menge an Lebensmitteln verteilt werden.

Dominic Kobelt
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Cartons du Coeur verteilt Lebenmittel an Bedürftige.

Cartons du Coeur verteilt Lebenmittel an Bedürftige.

Dimitri Hofer / Archivbild

Die gemeinnützige Hilfsorganisation Cartons du Coeur Aargau hat sich rasche, kostenlose und diskrete Lebensmittelhilfe im Kampf gegen versteckte Armut auf die Fahne geschrieben. Im wegen der Pandemie speziellen Jahr 2020 habe der Verein mehr «Hilferufe» als üblich registriert, heisst es im Jahresbericht.

Gemäss diesem wurden coronabedingt nur 17'690 kg Nahrungsmittel verteilt (zum Vergleich 2019: 79'178 kg), dafür aber Einkaufsgutscheine im Wert von 158‘000 Franken abgegeben. Während zwei Monaten musste auf Lebensmittel-Lieferungen ganz verzichtet werden, da Personenkontakt verboten war. Der Umstieg auf Gutscheine erfolgte auch, weil die sonst üblichen Lebensmittel-Sammlungen kaum stattfinden konnten, also nicht nur Frischprodukte, sondern alle Lebensmittel eingekauft werden mussten. Der für das Lager verantwortliche Jakob Haller erklärt:

«In den letzten Jahren haben unsere Sammlungen regelmässig etwa 22 Tonnen haltbare Lebensmittel und gleichzeitig 12'000 Franken Barspenden eingebracht. Damit wurden die Lieferungen an unsere Bezüger massiv unterstützt. Im vergangenen Jahr war alles anders.»

Gerade eine einzige Lebensmittelsammlung sei noch kurz vor dem ersten Lockdown möglich gewesen.

Weniger Lebensmittel, mehr Geld

Dies spiegelt sich auch in der Jahresrechnung wieder. Sie weist rund 270'000 Franken Erträge aus. Das sind Beiträge und Spenden der Vereinsmitglieder, Spenden von Kirch- und politischen Gemeinden, von Firmen, Institutionen und Privatpersonen. Die Warenspenden aus Sammlungen ergaben dagegen nur einen Ertrag von 2669 Franken, im Vorjahr waren es 65'083 Franken.

«Glücklicherweise sind die Bargeldspenden um 43,4 Prozent höher als im Vorjahr», heisst es im Jahresbericht. Der Verein weist auch auf die niedrigen Vereinskosten von 0,3 Prozent, welche vollumfänglich durch die Mitgliederbeiträge gedeckt sind, sowie die Mittelbeschaffungskosten von 1.9 Prozent hin. Nur dank ehrenamtlicher Tätigkeit von Vorstand und Mitgliedern sei dieses Ergebnis möglich.

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