Höchst zufrieden mit der Zufriedenheit ihrer Kundschaft, das sind die Projektleiter Roman Kübler und Georg von Graefe von der Abteilung Verkehr im BVU. Zehntausende von Pendlern und anderen Reisenden benützen täglich das immer grössere Angebot von Bussen und Regionalzügen.

Deren Einschätzung zeigt erst wirklich, was die Benutzer gut finden und wo es weiteres Potenzial für Verbesserungen gibt. Auf die 74 erreichten von 100 möglichen Punkten sind die öV-Spezialisten stolz: Bei der dritten Umfrage im Rhythmus von zwei Jahren ging es aufwärts, «die Zufriedenheit der Kundschaft ist signifikant gestiegen», freuen sich die Männer hinter den Zahlen.

Sicherheit und Sauberkeit besser

Die grossen Investitionen der letzten Jahre tragen jetzt Früchte. Der Kanton als Besteller und die Transportunternehmen in den Aargauer Regionen haben viele Massnahmen ergriffen, um die Situation zu verbessern: Vor allem das neue Rollmaterial steht als Inbegriff für modernste Busse und Züge, mit Niederflur-Einstieg, Klimaanlagen, Fahrgastinformation per Bildschirm und Video-Überwachung.

Weil die Lebensdauer der Busse kürzer ist, als jene der Züge, war in den letzten zwei Jahren eine starke Erneuerung möglich, was die Kundschaft positiv bewertet. Denn die topmodernen Busse und Züge prägen auch das Empfinden von Sauberkeit und Sicherheit sehr günstig.

Abfälle auf dem Boden und Vandalismus beherrschten jahrelang das Image des öffentlichen Verkehrs zu negativ. «Jetzt sind die Fahrgäste sehr zufrieden mit der Sicherheit, was auch mit der besseren Sauberkeit zu tun hat», sagt Roman Kübler. Weniger Vandalismus und mehr Sicherheit haben auch mit Überwachung zu tun, durch Kameras in den Zügen und die Chauffeure in den Bussen. An den Hotspots sorgen Securitas oder die Polizei für Ordnung.

Schwachpunkte besser erkennen

Die jüngste Kundenumfrage ist breit abgestützt: Von den 4400 flächendeckend in Bussen und Zügen verteilten Fragebogen kamen 2835 ausgefüllt zurück. Die starke Beteiligung sei Ausdruck der grossen Sympathien, welche der öffentliche Verkehr in breiten Kreisen geniesse. Zudem auf den besseren Fahrplan, mit Verdichtung der Takte und besseren Angeboten bis spät in die Nacht.

Im Vergleich mit städtischen Kantonen kann sich der Aargau sehen lassen, Luzern kam bei der Umfrage auf 75 und Zürich (ZVV) auf 76 Punkte – bei einem in den Zentren viel dichteren Angebot. Selbstverständlich bringt die Umfrage auch die Unzufriedenheit der Kunden zum Ausdruck.

Mit dem integralen Tarifverbund im Gebiet der A-Welle mussten sich die Fahrgäste an das neue Tarifsystem und an neue Billettautomaten gewöhnen, was – zumindest vorerst – negativ gewürdigt wurde. «Insgesamt kommen Schwachpunkte klarer zum Vorschein, im Gespräch mit den Transportunternehmen können wir sie beheben», erklärt Georg von Graefe. Allein schon zur Erhaltung der guten Umfragewerte brauche es laufend weitere Optimierungen.