Staatliche Schule

Burkini, Ausschnitt und Tanga werden an Aargauer Schulen nicht verboten

Kopftuchträgerinnen, die noch an eine öffentliche Schule gehen. (Archiv)

Können aufatmen

Kopftuchträgerinnen, die noch an eine öffentliche Schule gehen. (Archiv)

Das Aargauer Parlament und der Regierungsrat lassen alle drei Vorstösse von Schweizer Demokraten und SVP zu Kleidungsvorschriften in Schulen abblitzen.

Am 4. Mai war es, als der Schweizer Demokrat René Kunz ein Postulat mit der Nummer 10.139 einreichte. Der Inhalt war brisant. Kunz forderte ein Verbot von Burkinis im Schwimmunterricht an Aargauer Schulen: Dem Aargau drohte sein eigenes kleines Minarettverbot.

Nur zwei Wochen später legte die SVP nach: In einer Motion forderte sie Kleidervorschriften für die Volksschule. Männer sollten gesetzlich dazu verpflichtet werden, ihre Hosen über die Hüfte zu ziehen - und Frauen, auf einen Ausschnitt zu verzichten.

Beide Vorstösse sind chancenlos im Archiv verschwunden, versenkt vom Parlament. Trotzdem legte im August ein weiterer Schweizer Demokrat nach: Der Badener Dragan Najman forderte ein «Kopfbedeckungsverbot». Der Regierungsrat unterstützte sämtliche Vorstösse mit der Begründung, er hätte rechtliche Grundlagen für Kleidervorschriften «sehr begrüsst».

Nicht so das Parlament. Nachdem es am 2. November die beiden ersten Vorstösse abgelehnt hat, bodigt es nun auch das Kopfbedeckungsverbot von Najman. Der Regierungsrat respektiert den Entscheid und lehnt die Motion deshalb ebenfalls ab.

Gekostet hat die Beantwortung des Vorstosses von Dragan Najman 868 Franken. (mik)

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