Das Aargauer Migrationsamt hat einem kriminellen Kosovaren zu Recht die Niederlassungsbewilligung entzogen. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Der Mann, der als Kind in die Schweiz kam und mehrfach straffällig wurde, muss das Land nun nach 16 Jahren verlassen.

Der aus dem Kosovo stammende Mann war im April 1995 im Alter von sieben Jahren zusammen mit seinen drei Geschwistern im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz eingereist, wo er zunächst eine Aufenthaltsbewilligung und im März 2001 die Niederlassungsbewilligung erhielt. Im Alter von 11 Jahren geriet der junge Mann erstmals mit dem Gesetz in Konflikt. Im Laufe der Jahre wurden seine Straftaten immer schwerwiegender.

Im Juli 2009 entzog das Migrationsamt des Kantons Aargau die Niederlassungsbewilligung des Kosovaren. Anlass gab eine Verurteilung unter anderem wegen schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 8 Monaten. Der Kosovare hat einer Person mit einem Messer eine lebensgefährliche Verletzung zugefügt. Als das Aargauer Rekursgericht im Ausländerrecht den Widerruf der Niederlassungsbewilligung bestätigte, rief der Messerstecher das Bundesgericht an.

Behandlung spielt keine Rolle

Die Richter in Lausanne haben seine Beschwerde nun abgewiesen. Damit steht fest, dass der inzwischen 23-jährige, auch albanisch sprechende Mann die Schweiz nach 16 Jahren wieder verlassen und in seine Heimat zurückkehren muss.

Dass der Kosovare nun sein stark ausgeprägtes Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivismussyndrom medikamentös behandelt und es dadurch offenbar zu einer Verbesserung der Affektsteuerung gekommen ist, nützt ihm nichts.

Rückfallrisiko

Das Restrisiko, dass der Mann rückfällig wird und weitere Gewaltdelikte verübt, ist auch nach Meinung des Bundesgerichts nicht hinzunehmen, zumal er schon einmal ein Anti-Aggressions-Training abgebrochen hatte.

Auch hatte der Kosovare gegenüber dem Migrationsamt schon einmal beteuert, er werde sich bessern; und trotzdem wurde er einige Zeit später erneut in heftiger Weise straffällig. Seine Lehre hatte der Kosovare abbrechen müssen, weil er am Arbeitsplatz einen Schlagring und einen Wurfstern hergestellt und auf die Intervention des Lehrmeisters mit Drohungen reagiert hatte.