Campus Brugg-Windisch

Buchser: «Ich will zwei Fachhochschul-Standorte»

Alt-Regierungsrat Kurt Wernli und Campus-Gegner Willy Buchser im Schlagabtausch

Alt-Regierungsrat Kurt Wernli und Campus-Gegner Willy Buchser im Schlagabtausch

Gegen den Kauf des Campus-Gelände in Brugg-Windisch durch den Kanton hat Willy Buchser erfolgreich das Referendum ergriffen. Nun droht er mit einer Volksinitiative, um auch den Standort Aarau zu erhalten. Der Initiativ-Text liegt vor.

«Ich will, dass das Geld in die Aus- und Weiterbildung und nicht in die Infrastruktur investiert wird», erkärt Buchser.

Damit es auch so kommt, hat er die Volksinitiative «Bildung statt Beton» im Köcher. Diese hat er am 23. Dezember zu Vorprüfung bei der Staatskanzlei eingereicht, am 28. Dezember dann zur Publikation im Amtsblatt. Der Ball liegt damit bei der Aargauer Regierung. Ob sie die Initiative noch vor dem Abstimmungssonntag vom 13. Februar publizieren lässt, ist offen.

«Ich will zwei Standorte»

Erst wenn die Initiative im Amtsblatt publiziert ist, können Buchser und seine Mitstreiter mit dem Sammeln von Unterschriften beginnen. Buchsers hat daran Interesse, dass der Initiativ-Text möglichst rasch publiziert wird.

Im Initiativtext verlangt Buchser, dass ein neuer Artikel in die Kantonsverfassung aufgenommen wird, der besagt, dass der Aargau die Fachhochschule nicht an einem, sondern an zwei Standorten betreibt. «Ich will vorerst zwei Standorte», sagt er in der Sendung «Duell aktuell» auf Tele M1 (siehe Box). In Brugg-Windisch sollen Technik, Wirtschaft, die Hochschulleitung und das Paul Scherrer Institut (PSI) untergebracht werden, in Aarau die Pädagogische Hochschule.

Mit dieser Lösung spare der Kanton 80 bis 100 Millionen Franken, behauptet er.

Aarau ist zu klein

Alt-Regierungsrat Kurt Wernli kann das nicht nachvollziehen. Sollte Aarau wirklich Standort der Pädagogischen Fachhochschule werden, müsste in Aarau neu gebaut werden, sagt er. Denn der heutige Standort beim Nordpark in Küttigen sei dafür nicht geeignet. «Das sind 14 Liegenschaften auf 8000 Quadratmetern. Das ist zu wenig», erklärt Wernli in Sendung «Duell aktuell».

Alt-Regierungsrat Kurt Wernli und Campus-Gegner Willy Buchser im Schlagabtausch

Campus: Schlagabtausch zwischen Kurt Wernli und Willy Buchser

Der Standorte sei zudem zu weit weg vom Bahnhof, verfüge über keine Mensa und auch über zu wenige Parkplätze, so Wernli weiter. Überdies müssten die Studenten für die Turnausbildung nach Brugg, wo die neue Turnhalle Mühlematt bereits gebaut ist. «Die können Sie dann abreissen und nach Aarau zügeln». Verloren wären auch die 20 Millionen Franken, die bis heute in die Planung geflossen sind.

Wer lügt?

Für Buchser sind das keine Argumente - beziehungsweise alle falsch. Nach der Aufzeichnung zur Fernseh-Sendung bezichtigte er Wernli der Lüge. Wernli drohte ihm darauf mit einer Klage, sollte er den Lügenvorwurf weiter erheben.

Fakt ist: Buchser verdient heute mit der Pädagogischen Hochschule, die bei ihm eingemietet ist, gutes Geld. Pro Jahr bezahlt ihm die Hochschule 1,3 Millionen Franken Miete, wie Kurt Wernli erstmals öffentlich machte. Es gehe ihm aber nicht nur um Eigeninteressen, sagte er. «Mit meinem Projekt kann der Kanton Dutzende von Millionen sparen.»

Was mit der Initiative passiert, wenn das Stimmvolk am 13. Februar den Kauf des Campus-Areals für 190 Millionen Franken gutheisst, will Buchser noch nicht verraten. (rsn)

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1