Lupfig/Scherz
Zwischen Lupfig und Scherz trennen sich die Wege - vielleicht nicht mehr lange

Eine Ehe will gut überlegt sein. Deswegen preschen die beiden Eigenämter Gemeinden Lupfig und Scherz auch nicht vor: Vorerst prüfen sie lediglich eine gemeinsame Zukunft, wie sie gestern bekannt gaben.

Elisabeth Feller
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Die Panorama-Aufnahme zeigt: Links ist Lupfig, rechts führt der Weg nach Scherz. Ob Lupfig und Scherz dereinst eine Gemeinde sein werden? Marc Reinhard

Die Panorama-Aufnahme zeigt: Links ist Lupfig, rechts führt der Weg nach Scherz. Ob Lupfig und Scherz dereinst eine Gemeinde sein werden? Marc Reinhard

Konkret: Lupfig und Scherz treffen Vorabklärungen. Erst wenn die Detailanalysen vorliegen und die Rahmenbedingungen erfüllt sind, wollen die beiden Gemeinden Anfang nächsten Jahres entscheiden, ob den Stimmbürgern von Lupfig und Scherz an den Sommergemeindeversammlungen 2013 ein Kreditbegehren unterbreitet werden soll.

Umfrage lieferte die Grundlage

Weshalb der Gedanke an ein eventuelles Zusammengehen? Hat etwa die Fusion von Birr und Birrhard eine Rolle bei den Überlegungen gespielt? «Nein», sagen die Gemeindeammänner Richard Plüss (Lupfig) und Hans Vogel (Scherz) übereinstimmend. Die Grundlage für die Vorabklärungen habe vielmehr eine Umfrage unter der Scherzer Bevölkerung geliefert, die im Winter 2010 an einer Informationsveranstaltung vorgestellt wurde.

Diese Umfrage hatte zutage gebracht, dass «eine nennenswerte Mehrheit einem Fusionsprojekt gegenüber positiv eingestellt ist». Bei einem konkreten Fusionsprojekt würde auf jeden Fall die Frage nach der Partnergemeinde eine wichtige Rolle spielen, hatte Hans Vogel damals betont. Heute bezeichnet der Scherzer Gemeindeammann Lupfig als «natürlichen Partner.»

Noch kein Fahrplan

Scherz sei eine gesunde Gemeinde, so Hans Vogel, «doch wir haben diese Umfrage immer vor Augen gehabt». Mit der Nachbargemeinde Lupfig verbinde Scherz viel, beispielsweise politische Kooperationen oder Vereine. «Diese verlieren immer mehr Mitglieder, weshalb sich heute schon viele Vereine – über die Gemeindegrenzen – hinaus zusammenschliessen.» Für eine mögliche Ehe mit Scherz spricht laut Richard Plüss die Tatsache, «dass kleine Gemeinden heutzutage zunehmend unter finanziellen Druck geraten».

Auf Unterschiede zwischen den Nachbarn angesprochen, verweist Plüss auf die Industrie: «In Lupfig gibt es eine solche, in Scherz dagegen nicht.» Beide Gemeindeammänner betonen, dass derzeit nicht über einen exakten Fahrplan gesprochen werden kann.

Abklärungen stünden im Vordergrund, «denn ein Vorhaben muss reifen, bevor es möglicherweise zu einer Verschmelzung zweier Gemeinden kommt», sagt Richard Plüss und fügt mit lächelnd hinzu: «Wir orientieren die Bevölkerung aber jetzt schon. Damit diese sich nicht wundert, wenn die Gemeinderäte von Scherz und Lupfig in nächster Zeit mehr Zeit miteinander verbringen müssen.»