Jugendfest Brugg

Zwillinge Mia und Zoë finden: «Der Rutenzug ist das Schönste»

Die az hat die Erstklässlerinnen am Jugendfesttag vom Zmorge bis nach der Morgenfeier begleitet. Ein ereignisreicher Morgen.

Gerade haben die Glocken 7 Uhr geschlagen. Im zweiten Stock eines Hauses wird ein Fenster geöffnet, zwei Mädchen strecken neugierig ihren Kopf heraus. Sie erwarten Besuch von der Zeitung. Die siebenjährigen Zwillinge Mia und Zoë haben sich bereit erklärt, sich für eine Reportage am Jugendfesttag vom Zmorge bis nach der Morgenfeier begleiten zu lassen. Die Erstklässlerinnen öffnen die Türe, Zoë streckt der Journalistin eine Papierblume entgegen: «Für dich», sagt sie und strahlt.

Vom Haarebürsten bis zum Jugendfestbrot: Mia (pinke Brille, blauer Kranz) und Zoë (violette Brille, rosa Kranz) am Brugger Rutenzug.

Vom Haarebürsten bis zum Jugendfestbrot: Mia (pinke Brille, blauer Kranz) und Zoë (violette Brille, rosa Kranz) am Brugger Rutenzug.


Auf der Terrasse setzt sich die Familie an den Zmorge-Tisch. Wahnsinnig viel gesprochen wird um diese Zeit noch nicht. Sie seien alle Morgenmuffel, sagen sie schon fast entschuldigend. Das Stoffeinhorn von Zoë darf mit an den Tisch und auch Mias Plüschmaus ist dabei. Je leerer die Schälchen mit Birchermüesli werden, desto gesprächiger werden die Mädchen. Von den Böllerschüssen um 6 Uhr hätten sie nichts mitbekommen, sagen sie, dafür von den Lautsprecher-Tests im Simmengutpark.

Zuvorderst mit der Lehrerin

Auf den Jugendfesttag freuen sich die Mädchen schon lange. Etwas nervös sind sie an diesem Morgen, dürfen sie doch ihre Klasse gemeinsam mit der Lehrerin in der Mitte anführen. «Der Rutenzug ist das Schönste», macht Zoë klar.

Während der Papa das Zmorge abräumt, verschwinden die Mädchen in ihrem Zimmer. Es ist Zeit, die weissen Kleidchen anzuziehen. Gelassen gehen sie danach ins Bad und beginnen gewissenhaft, ihre dunkelbraunen Haare zu kämmen. Was an einem normalen Morgen ruckzuck geht, braucht am Tag des Rutenzugs etwas länger. Während Mami Katja Tochter Mia die Haare zu zwei Zöpfen flicht, putzt sich Zoë die Zähne. Dann wird gewechselt.

Um die Blumen-Chränzli aufzusetzen, begeben sich Mia und Zoë auf die Terrasse. Die Kränze kommen direkt aus dem Kühlschrank. Behutsam legt Mami Katja die Blumen auf Zoës Kopf. Das Mädchen verzieht das Gesicht zu einer Grimasse, «das ist kalt und nass», sagt sie. Den klassischen Blumenkranz mit blauen Kornblumen und weissem Schleierkraut hat Mia gewählt. Zoës Kranz besteht aus kleinen rosa Rosen und Schleierkraut. Die Mädchen schnappen sich ihre Blumensträusschen und blicken durchs Küchenfenster gespannt auf das Treiben vor dem Haus, wo schon viele unterwegs sind.

Auch die Familie der Zwillinge macht sich jetzt auf den Weg zum Stapferschulhaus, wo die Lehrerin sie in Empfang nimmt. Gemeinsam spazieren die Kinder in die Altstadt. In Reih und Glied stellen sie sich auf, Zoë und Mia zuvorderst, in der Mitte ihre Lehrerin. Dann endlich: Trommelwirbel, der Rutenzug geht los!

Die Bilder aus Brugg:

Erbarmen mit dem Stadtammann

Etwa eine Stunde später treffen wir Zoë und Mia im Gewimmel im Simmengut wieder. Zuvorderst sitzen sie auf einer Holzbank, die Beine baumeln in der Luft, die Sträusschen liegen im Schoss. Die Sonne brennt auf den Platz nieder, die Kinder fächeln sich mit allem Möglichem Luft zu.

Stadtammann Daniel Moser eröffnet die Morgenfeier. Die Zwillinge haben etwas Erbarmen mit dem Mann, der Frack und lange Hosen trägt. Auch wenn der Text noch nicht perfekt sitzt, stimmen die Mädchen beim Lied «Grosser Gott wir loben dich» kräftig mit ein. Etwas unruhig werden sie während der Rede von Verena Rohrer. «Es ist so heiss», murmelt Zoë.

Wieder voll dabei sind sie beim Brugger Lied. «E starchi Brugg, en schwarze Turm, tief unde ruuschet d’Aare...» singen sie. Kaum ist der letzte Ton verklungen, springen die Kinder auf und laufen aus dem Park in ihr kühles Schulzimmer. Hier erhalten Mia und Zoë die letzten Infos zum Spielnachmittag. Und ganz wichtig: das Jugendfestbrot. In dieses beissen sie herzhaft hinein. So ein Rutenzug-Morgen macht nämlich hungrig.

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