Birrfeld
Zwei weitere Jahre provisorische Konzession: Der Flugplatz braucht mehr Zeit

Das Verfahren rund um das Betriebsreglement sowie die Konzession verzögern sich weiter.

Michael Hunziker
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Rund 70000 Flugbewegungen pro Jahr werden auf dem Flugplatz Birrfeld aktuell gezählt. Mit einem Anstieg dieser Zahl wird nicht gerechnet. mhu

Rund 70000 Flugbewegungen pro Jahr werden auf dem Flugplatz Birrfeld aktuell gezählt. Mit einem Anstieg dieser Zahl wird nicht gerechnet. mhu

Michael Hunziker

Die Zeit fliegt nur so dahin für den Flugplatz Birrfeld: Das Betriebsreglement muss angepasst und – was noch aussteht – genehmigt werden, damit auch die Konzession verlängert werden kann.

Eigentlich hätte der Prozess Ende dieses Jahres abgeschlossen sein sollen. Zwar wurde das Betriebsreglement schon überarbeitet und vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) als genehmigbar eingestuft. Die öffentliche Auflage und Vernehmlassung aber fand aus Zeitgründen noch nicht statt. Die geltende Konzession des Flugplatzes wird deshalb vorerst nur provisorisch für weitere zwei Jahre verlängert, damit genug Zeit bleibt für das Bewilligungsverfahren.

Zu Verzögerungen kam es unter anderem, weil dieses Jahr zusammen mit einem Ingenieurbüro neue Lärmberechnungen durchgeführt werden mussten, erklärt Aurelio Vassalli vom Vorstand des Aero-Clubs Aargau. Denn auch wenn die Zahl der Flugbewegungen etwa gleich bleibe: Die sogenannte vertikale Staffelung habe sich geändert. Mit dieser wird die Kollisionsgefahr für die Flugzeuge in der Luft weiter minimiert.

Bewegungen: Tendenz sinkend

Apropos Flugbewegungen: Derzeit ist die Rede von rund 70 000 pro Jahr. In den Berechnungen, sagt Vassalli, werde von 80 000 ausgegangen, damit weiterhin ein vernünftiger Handlungsspielraum bestehe. Werte wie in früheren Jahren, als sogar über 120 000 Flugbewegungen pro Jahr gezählt wurden, würden aber nicht mehr erreicht. «Anzeichen dafür, dass sich die Zahl erhöhen wird, gibt es keine. Die Tendenz ist sinkend.»

Federführend beim Verfahren rund um das Betriebsreglement sowie die Konzession ist das Bazl. Voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres wird dieses Kontakt aufnehmen mit dem Kanton und den Gemeinden in Flugplatznähe. Dann werden auch die Behördenvertreter über die Details ins Bild gesetzt. Darüber, wann der Prozess abgeschlossen ist, wagt Vassalli keine Prognose. Das Verfahren sei sowohl zeitlich als auch finanziell aufwendig, verschiedene Stellen seien involviert, diverse Abklärungen müssten getätigt werden. «Die Erfahrungen haben gezeigt, dass es immer wieder zu Verschiebungen kommen kann.»

Eine letzte Justierung

Im Betriebsreglement dokumentiert wird das Geschehen auf dem Birrfeld – für den Flugplatz, die Piloten sowie die Gemeinden. Festgelegt sind die Organisation, die Benutzung sowie die Massnahmen zum Schutz der Umwelt. Das heutige Betriebsreglement stammt aus den Neunzigerjahren. Nötig wurde die Anpassung, weil die Such- und Rettungsflüge des inzwischen auf dem Birrfeld stationierten Helikopters – die auch nachts erfolgen – noch nicht geregelt sind. Die Situation auf dem Flugplatz bleibe zwar in Zukunft im Wesentlichen bestehen, fasst Vassalli zusammen. «Aber auf dem Papier braucht es eine Justierung.»

Ursprünglich ging der Aero-Club Aargau davon aus, dass die Konzessionserneuerung und die Änderung des Betriebsreglements separat behandelt würden. Dann kam der Bescheid des Bazl, dass die Konzessionserneuerung erst nach Vorliegen des Entwurfs des überarbeiteten Betriebsreglements erteilt werden kann. Im Oktober 2015 war schliesslich klar, dass die geltende Betriebskonzession auf der Basis des heutigen Betriebsreglements provisorisch bis Ende 2016 verlängert wird.

Bereits im Dezember des letzten Jahres wurde das überarbeitete Betriebsreglement den Gemeinderäten der Gemeinden in Flugplatznähe präsentiert. Auf die Rückmeldungen beschloss der Vorstand des Aero-Clubs, auf die vorgeschlagene Aufhebung der drei flugfreien Feiertage zu verzichten: Karfreitag, Eidgenössischer Bettag sowie Weihnachten. Das bereinigte Betriebsreglement ging in der Folge an das Bazl, wo es geprüft wurde. Kurz: Das Werk sei den Gemeinden grundsätzlich bekannt, sagt Vassalli. Dem Aero-Club, fügt er an, sei ein gutes Einvernehmen mit der Umgebung sehr wichtig.

Liegt das genehmigte Betriebsreglement vor, kann die Konzession des Flugplatzes für die nächsten 30 Jahre verlängert werden. Mit dieser anerkennt der Bund den Flugplatz Birrfeld als wichtigsten Ausbildungsplatz der Schweiz in der Leichtaviatik.