Windisch

Zwei SP-Einwohnerrätinnen fordern einen Neustart: Die gesamte Schulpflege soll zurücktreten

Nadine Fischer und Mirjam Aebischer fordern einen Neustart.

Nadine Fischer und Mirjam Aebischer fordern einen Neustart.

Nadine Fischer und Mirjam Aebischer fordern in einem Brief an die AZ den Rücktritt der gesamten Schulpflege – und eine Diskussion über die Zukunft der Behörde.

Die Windischer SP-Einwohnerrätinnen Nadine Fischer und Mirjam Aebischer fordern in einem Brief an die AZ den Rücktritt der gesamten Schulpflege. Das sei dringend nötig. Zeynep Karavus (CVP), Amir Nuredini (FDP) und Suad Maliqi (parteilos) sollen also Schulpflegepräsidentin Judith Zürcher (SP) und Mirjam Oertli (FDP) folgen und ihr Amt ebenso niederlegen.

In der Schulpflege sei Kompetenz gefragt, die «beiden kompetenten Frauen» (Zürcher und Oertli, Anm. d. Red.) hätten unter dem Druck der Mehrheit in der Schulpflege ihr Amt abgegeben, so Fischer und Aebischer. «Nach all den Wirbeln ist die demokratische Legitimation der verbleibenden Schulpflegemitglieder fragwürdig geworden.»

Auch die Zuwahl neuer Mitglieder werde daran wenig ändern, sind sich die beiden Frauen sicher und fügen an: «Angesichts dieser Umstände fragt es sich, ob ein Ende mit Schrecken nicht besser wäre als ein Schrecken ohne Ende.» Würde die gesamte Schulpflege zurücktreten, ermöglichte dies eine offene Diskussion zur Frage «Wie weiter?». «Dies würde auch zu einer Aufwertung der Schulpflege als einer in der Bevölkerung verankerten Institution führen», schreiben sie.

Grosser Verlust an Know-how

Wegen des Machtkampfs innerhalb der Schulpflege würden vor allem die Schule und die Gemeinde Windisch leiden. Und: «Mit dem Ausscheiden des Gesamtschulleiters, der Präsidentin des Gremiums sowie einer qualifizierten Schulpflegerin findet ein grosser Verlust an Know-how statt, verfügten doch alle Scheidenden über grosse Erfahrung», halten die SP-Einwohnerrätinnen fest. Die abtretende Schulpflegepräsidentin war während mehrerer Jahre Schulleiterin und sei eine Verfechterin einer guten und sich entwickelnden Schule, mit Leitlinien wie auch Freiraum für Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler.

Judith Zürcher war erst seit dem 1. Januar 2018 im Amt. Im Herbst davor wurde sie mit einem Glanzresultat in die Schulpflege gewählt. Ein gutes Zeugnis stellen Fischer und Aebischer auch Mirjam Oertli aus. Sie weise als gestandene Fachfrau mit langjähriger Beratungserfahrung ähnliche Qualifikationen auf wie Zürcher. Oertli ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. «Dabei dürfte der politische Hintergrund der beiden Frauen in diesem Zusammenhang keine Rolle gespielt haben, wurde doch die Schulpflegepräsidentin als Vertreterin der SP in die Schulpflege gewählt, während die auch zurücktretende Schulpflegerin FDP-Mitglied ist.»

Die Konflikte in der Schulpflege seien auf der Ebene der Kompetenzen entstanden, halten die Politikerinnen fest: «Während die abtretenden Mitglieder dem Gesamtschulleiter die ihm zustehenden operativen Freiräume zubilligten und ihn bei seiner Arbeit unterstützten, versuchten die jetzt noch in der Schulpflege verbleibenden Mitglieder offensichtlich, einen stärkeren Einfluss auf das operative Geschäft auszuüben. Die verbleibenden Schulpflegemitglieder wollen demnach im Tagesgeschäft mehr bestimmen können.» Dies würde aber den Vorgaben des Kantons widersprechen, schreiben Fischer und Aebischer. «Könnte es sein, dass dieses Verständnis über die Rolle der Schulpflege der drei verbleibenden Schulpflegemitglieder mit einem grundsätzlich anderen Rollenverständnis zusammenhängt?»

Die Einwohnerrätinnen kommen zur Überzeugung: «Damit wird eine Weichenstellung in der Schule Windisch möglich, die mit Reibungsverlusten, beispielsweise weiteren Kündigungen etc., verbunden sein wird.» Und sie warnen: Die Schule Windisch stehe vor grossen Aufgaben. So muss der Lehrplan 21 realisiert werden. Auch die Schulraumplanung werde weiter beschäftigen.

CVP-Einwohnerrat überrascht

Überrascht von der Entwicklung der Ereignisse in der Schulpflege ist CVP-Einwohnerrat Toni Burger, der im Herbst eine kleine Anfrage zur Situation in der Schulpflege einreichte und damit auf den Konflikt aufmerksam machte. Er wollte, dass das Thema der breiten Öffentlichkeit bekannt wird.

Allerdings habe er nicht damit gerechnet, dass Schulleiter Philipp Grolimund seine Kündigung einreicht und auch die Schulpflegemitglieder Judith Zürcher und Mirjam Oertli zurücktreten. «Ich habe gehofft, dass sich die Situation verbessert, nachdem bekannt wurde, dass es im Gremium Kompetenz- und Kommunikationsprobleme gibt.»

Mitarbeit: Claudia Meier

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