Brugg
Zwei Läden machen bald in der Brugger Altstadt dicht, ihre Zukunft ist unklar

Die beiden Fachgeschäfte Arcta Bergsport und Flash & Change Gloria verschwinden aus der Brugger Altstadt. Nachmieter sind nicht in Sicht. Allerdings lässt die Vermieterin Raumkonzepte erarbeiten.

Claudia Meier
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Wie es im Erdgeschoss an der Hauptstrasse 19 weitergeht, ist noch offen.

Wie es im Erdgeschoss an der Hauptstrasse 19 weitergeht, ist noch offen.

Claudia Meier

In den nächsten sechs Wochen schliessen gleich zwei Verkaufslokale in der Brugger Altstadt ihre Türen endgültig: Das Fachgeschäft Arcta Bergsport an der Hauptstrasse 19 ist am 29. März zum letzten Mal offen (die az berichtete).

Für den Geschenkladen Flash & Change Gloria auf der gleichen Seite der Hauptstrasse ist bereits Ende Februar Schluss (siehe separater Text). Wie es mit den beiden Ladenlokalen weitergehen wird, ist noch nicht klar. Von Interesse ist, wie die grosse Verkaufsfläche des Arcta Bergsport Fachgeschäfts künftig genutzt wird.

Geschenkladen schliesst Ende Februar

Bereits Ende Februar schliesst der Geschenkladen Flash & Change Gloria im Ladenlokal an der Hauptstrasse 29. Hier verkaufte Monica Gloria während 14 Monaten Geschenksets, Bilder, Wackel-Figuren und Nostalgie-Wecker. «Das war eine interessante Erfahrung für mich. Ich hatte hier eine gute Zeit», sagt sie.

Künftig werde sie ihre Artikel in einem kleineren Rahmen und im Internet anbieten. Monica Gloria wird auch wieder öfter mit einem Verkaufsstand an Märkten und Konzerten anzutreffen sein. Mit dem Geld, das sie für die Ladenmiete in Brugg einsparen kann, will sie neue Ware einkaufen. Im Moment läuft der Ausverkauf: Alles ist zum halben Preis zu haben. Das Geschäft ist - ausser am Samstag - nur noch nachmittags geöffnet. Vor Gloria versuchten zwei Pächter in Folge mit einer Gelateria ihr Glück in diesem Lokal. (CM)

Früher lockte das Warenhaus Rössli an der Hauptstrasse 19 die Kunden in Scharen in die Altstadt. Heute wird von Arcta im hinteren Teil des Ladens ein Boulderraum für seilfreies Klettern betrieben. Unterdessen hat sich auch eine Interessensgemeinschaft gebildet, die den Boulderraum weiterführen möchte.

Nicht zur Miete ausgeschrieben

«Wegen der Grösse der Ladenfläche sind wir vorerst noch daran, verschiedene Raumkonzepte zu erarbeiten und zu prüfen», so Daniel Schmid von der Visita Treuhand AG in Lenzburg, zuständig für die Vermietung der Liegenschaft in der Brugger Altstadt.

Das sei auch der Grund, weshalb die Mietfläche noch nicht ausgeschrieben wurde und keine konkreten Interessenten bekannt seien. Wer wäre als Mieter geeignet? «Nach unserer Auffassung würde sich am Besten eine neue Mieterschaft im Bereich des Detailhandels anbieten, möglichst mit einem dem Altstadt-Standort angepassten Spezialisten-Sortiment», so Schmid weiter.

Wie schwierig es sein wird, die Ladenfläche weiterzuvermieten, könne er derzeit nicht abschätzen. Zur Zukunft des Boulderraums sagt Schmid: «Wir sind daran, eine provisorische Lösung zu diskutieren.» Je nach den Bedürfnissen der neuen Mieterschaft könne dann unter Umständen das Projekt nicht mehr weitergeführt werden. Denkbar sei aber auch, dass der Boulderraum neben einer neuen Mieterschaft einen dauerhafteren Bestand habe, räumt Schmid ein.

Ende einer Outdoor-Ära

Wenn Tom Rüeger und Andrea Greiner Ende März ihren Arcta Laden schliessen, geht in der Brugger Altstadt ein Outdoor-Ära zu Ende. Den Anfang machte Heinz Trachsel, als er in einem Laden in der unteren Altstadt begann, Faserpelzjacken und Holzfäller-Pullover zu verkaufen. Tom Rüeger übernahm als gelernter Schreiner den Laden von Trachsel.

Bald konnte der Arcta-Laden in ein grösseres Lokal im ersten Stock – über dem Geschenkladen Öpfelchorb – an der Hauptstrasse 19 umziehen. «Dazumal lebte die obere Altstadt noch», sagt Rüeger. Mit ihrem breiten Sortiment haben sich Rüeger und Greiner in der Outdoor-Szene einen Namen gemacht.

Die Freizeit war für das Geschäftsführer-Paar aber knapp – Ferien ein Luxus. «Im letzten Herbst mussten wir den Laden zum ersten Mal seit 18 Jahren für eine Woche schliessen, um gemeinsam Ferien machen zu können», erzählt Rüeger. Künftig will er wieder vermehrt als Bergführer unterwegs sein – auch im Winter.