Schinznach-Dorf

Zwei Biber-Jungen haben überlebt – obwohl die Mutter gestorben ist

Biberspuren am Längibach in Schinznach-Dorf: Die zwei lokalen Biber-Jungen haben überlebt. Archiv

Biberspuren am Längibach in Schinznach-Dorf: Die zwei lokalen Biber-Jungen haben überlebt. Archiv

Fast zehn Prozent der aargauischen Biber sterben jährlich durch Verkehrsunfälle, so auch das Biberweibchen vom Längibach. Obwohl ihre Mutter gestorben ist, sind die zwei Biber-Jungen fleissig am Knabbern und Bauen.

Die Bewohner der grössten Biberburg im Kanton Aargau, am Längibach in Schinznach-Dorf, sind momentan fleissig an der Arbeit. Und das, obwohl sie nur noch zu dritt sind – die Biber-Mutter ereilte der Unfalltod, wie Biber-Experte Hans Döbeli, Reservatsaufseher beim Kanton Aargau, gegenüber der Lokalzeitung «Regional» sagte. Bitter ist, dass das Tier ausgerechnet auf der Strasse zwischen Wallbach und Schinznach-Dorf überfahren worden ist, auf der nur noch der Bus verkehrt.

Gemäss Hans Döbeli hat das die übrigen Biber – das Männchen und zwei Jungtiere – aber nicht aus dem Konzept geworfen. «Zurzeit arbeiten die drei relativ viel.» Typischerweise sei in der kalten Jahreszeit die Fällaktivität einiges höher, da sich die Nicht-Winterschläfer dann vor allem von Baumrinde ernähren. «Die Jungen sind im Mai oder Juni zur Welt gekommen», sagte Hans Döbeli. Nach dem zweiten Jahr beginne für sie dann der Ernst des Lebens, da sie sich ein eigenes Revier suchen müssen. Das zeigt, dass die Biberpopulation weiter zunehmen wird, was die Gefahr für Konflikte mit der Landwirtschaft und Grundstückbesitzern erhöht.

Einmal etwa hatte der Biber sich an Zuckerrüben gütlich getan, die er in sein Depot geschleppt hatte, um sich im Winter davon ernähren zu können. Im Februar 2016 hatte eine Privatperson Erde Richtung Damm geschoben, damit das Wasser nicht auf den Weg und das benachbarte Feld fliesst, wie Hans Döbeli damals gegenüber der AZ sagte.

Einer allfälligen Bestandesregulierung steht er zweifelnd gegenüber: «Wenn man einen Biber wegnimmt, kommt sofort der nächste nach.»

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