Brugg
Zusammenarbeit ist wichtig – Stadtrat schaut auch über den Gartenzaun

Entwicklung macht vor den Gemeindegrenzen nicht halt. Darum will der Stadtrat Brugg in der laufenden Legislatur weiterhin vernetzt arbeiten. Dabei seien verlässliche Partner wichtig. Doch welche Projekte sind dies? Und wo haperts?

Janine Müller
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Der Stadtrat schaut nicht nur für das eigene Gärtchen.

Der Stadtrat schaut nicht nur für das eigene Gärtchen.

Alex Spichale

Was früher als Ziele definiert war, sind heute Leitsätze: Der Brugger Stadtrat hat gestern Morgen an einer Pressekonferenz seine Leitsätze für die Jahre 2015 bis 2018 bekannt gegeben. Dies unter dem Motto: «Eine Region ist nur so stark wie ihr Zentrum – ein Zentrum ist nur so stark wie seine Region». Bereits diese Aussage zeigt: Der Stadtrat will weiterhin über die Gemeindegrenzen hinaus arbeiten. «Dafür brauchen wir aber auch die Partner», sagt Stadtammann Daniel Moser. «Vieles funktioniert nur, wenn man gut zusammenarbeitet.»

Dachorganisation für Soziales

Ein Projekt, das sinnbildlich steht für diese Zusammenarbeit, ist der Plan, die regionalen sozialen Dienstleistungen in einer neuen Dachorganisation zu bündeln. Ein Projekt, das vor allem FDP-Stadtrat Reto Wettstein beschäftigt. Die neue Dachorganisation soll die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb), die Mütter- und Väterberatung sowie die Jugend- und Familienberatung der Region Brugg vereinen. «Damit schaffen wir effiziente Strukturen», sagt Reto Wettstein.

Bereits letztes Jahr wurde versucht, dieses Projekt zu realisieren. «Doch dann mussten wir die Notbremse ziehen», erklärt Wettstein die Verzögerung. Die Kostenfrage konnte nicht abschliessend geklärt werden. Vor Kurzem versammelten sich Vertreter der Gemeinden des Bezirks Brugg erneut. «Wir konnten uns dabei auf einen Kostenteiler einigen», sagt Wettstein. Das Ziel, das sich die Gemeindevertreter gesteckt haben, ist sportlich: Bereits am 1. Januar 2016 soll alles unter Dach und Fach sein.

Gute Ideen für Aaresteg

Zwei weitere Projekte scheinen zurzeit nicht so weit zu sein, als könnten sie bald realisiert werden. Zum einen betrifft dies die Süssbachunterführung, zum anderen den Aaresteg nach Umiken. «Bezüglich Süssbachunterführung ist bis Ende Jahr keine Lösung in Sicht», bedauert Vizeammann Andrea Metzler. Es seien viele Player an diesem Vorhaben beteiligt: die SBB, der Kanton und Private. Das mache das Ganze schwierig. «Beim Aaresteg hoffen wir auf weniger Komplikationen», ergänzt Metzler. «Wir hätten einige gute Ideen und der Steg wäre wirklich eine gute Verbindung für den Langsamverkehr nach Umiken.»

Dauerbrenner Altstadt

Ein spezielles Augenmerk will der Stadtrat auch auf die Entwicklung des Neumarkt-Gebiets legen. Dazu sollen verschiedene Projekte vorgelegt werden. Die Organisation des Bahnhofplatzes auf Brugger Seite geniesst aber Priorität. Der Strassenraum ist ein grosses Thema, so ist beispielsweise ein Kreisel bei der Einmündung der Bahnhofstrasse in die Aarauerstrasse angedacht. Ein Dauerbrenner ist natürlich auch die Entwicklung der Altstadt. Hier setzt Stadtammann Daniel Moser seine Hoffnungen in die IG Altstadt, die sich kantonsweit mit den Problemen der Altstädte auseinandersetzt und nach Lösungen sucht.