Zusammenarbeit
Brugg führt mit Villnachern Zukunftsgespräche und schreibt weitere Gemeinden an

Geht es nach dem Gemeinderat Villnachern, ist eine Fusion mit der Stadt Brugg prüfenswert. Der Bezirkshauptort hat nun alle Gemeinden im Planungsverband angeschrieben, um sämtliche Wünsche nach engerer Zusammenarbeit zu sammeln. Das sind die nächsten Schritte.

Claudia Meier
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Die Stadt Brugg versteht sich als starke Zentrumsgemeinde.

Die Stadt Brugg versteht sich als starke Zentrumsgemeinde.

Bild: Claudia Meier
(25. August 2015)

Gemeindeammann Roland König findet, dass Villnachern mit seiner grossen Naturschutzfläche, seinen Trinkwasserreserven sowie seinen Entwicklungsmöglichkeiten gut zu Brugg passen würde – als «Ortsteil Villnachern, die grüne Lunge von Brugg». Das sagte er der AZ im Januar 2020. Er konnte sich schon damals gut vorstellen, dass bei Vorgesprächen mit der Stadt Brugg noch andere Gemeinden miteinbezogen werden.

Dann kam die Coronapandemie, um das Zusammenarbeitsthema wurde es ruhiger. Ausser bei der Feuerwehr. Der Stadtrat Brugg und der Gemeinderat Villnachern haben sich inzwischen darauf geeinigt, die Feuerwehr zu fusionieren. Das letzte Wort hat das Stimmvolk von Villnachern an der Gemeindeversammlung vom 24. Juni. In Brugg liegt die Kompetenz beim Stadtrat und dieser hat schon zugestimmt.

Brugg und Villnachern sind bereit, eine Fusion zu prüfen

Anfang dieser Woche hat die Stadt Brugg alle Mitgliedergemeinden des Planungsverbands Brugg Regio – von Brunegg bis Mandach und von Thalheim bis Mülligen – angeschrieben. Sie sollen ebenfalls die Möglichkeit haben, sich bei der Stadt Brugg zu melden, wenn sie an Abklärungen für eine engere Zusammenarbeit interessiert sind. Ziel sei es, Vorgehen und Beteiligte bis im Herbst 2021 zu klären, schreiben der Stadtrat Brugg und der Gemeinderat Villnachern in einer gemeinsamen Mitteilung.

Mitgliedsgemeinden von Brugg Regio ab 1.1.2020.

Mitgliedsgemeinden von Brugg Regio ab 1.1.2020.

Karte: zvg

Es war im vergangenen Herbst, als sich auf Einladung des Gemeinderats Villnachern die beiden Exekutiven von Brugg und Villnachern zu einem Zukunftsgespräch trafen. In der am Freitag verschickten Mitteilung steht:

«In einem offenen und konstruktiven Dialog wurden Chancen und Risiken, Möglichkeiten und Formen einer engeren Zusammenarbeit der beiden Gemeinden ausgetauscht.»

Dabei habe sich gezeigt, dass beide Seiten die bisherige Zusammenarbeit schätzen und grundsätzlich offen sind, Möglichkeiten für eine künftig noch stärkere Zusammenarbeit bis hin zu einer Fusion zu prüfen.

Interessierte Gemeindevertreter sollen sich im August treffen

Laut Bruggs Stadtschreiber Matthias Guggisberg hat man die angeschriebenen Gemeinden um eine erste Rückmeldung bis am 15. Juli gebeten. Melden könnten sich auch nicht direkt angeschriebene Gemeinden. Denkbar seien verschiedene Formen der Zusammenarbeit in unterschiedlichen Bereichen. Im August ist ein Treffen mit Interessierten vorgesehen.

Nach der Fusion von Brugg und Schinznach-Bad per 1. Januar 2020 will der Bezirkshauptort nicht gleich wieder einzeln in Fusionsabklärungen einsteigen, sondern den Prozess für Zusammenarbeitswünsche mit anderen Gemeinden bewusst öffnen.