Villnachern
Zum Glück ist der Landwirt ein Fan der Strandbar in Villnachern

Die Strandbar in Villnachern blickt auf die erfolgreichste Saison seit der Gründung zurück. Am Samstag findet das Abschlusskonzert statt.

Daniel Vizentini
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Und wieder - wie immer in diesem Jahr - spielt das Wetter mit
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Sängerin Bettina Dieterle ist bestens gelaunt
Roberto Caruso brilliert an der Gitarre
Die Gäste geniessen die einmalige Stimmung in der Strandbar
Gross ist der Andrang am Mittwochskonzert von Class of 1965
Der Eintritt kostet nichts, die Organisatoren sind aber auf die Kollekte angewiesen
Standbar Villnachern
Badi und Strandbar sind inzwischen Kult
Badi und Strandbar haben sich vom Geheimtipp zum regionalen Anziehungspunkt entwickelt

Und wieder - wie immer in diesem Jahr - spielt das Wetter mit

Daniel Vizentini

Es war eine Saison der Rekorde: Zum fünften Jahr in Folge lud das kleine, beschauliche Freibad in Villnachern ein zum Trinken und Verweilen an der Strandbar oder zum Lauschen und Mittanzen an der «Mittwochsmusig». Dank dem guten Wetter waren die Anlässe stets gut besucht; an den Konzerten platzte die Badi gar aus allen Nähten. «An den zehn Musikabenden hat es nie geregnet, das gibt es sonst nie», sagt Roberto Caruso, der für die Mittwochskonzerte verantwortlich ist. Und er räumt ein: «Wir sind an Kapazitätsgrenzen gestossen.» Zum Glück sei der Landwirt gegenüber ein deklarierter Fan der Strandbar und lasse deshalb die Autos der vielen Besucher auch mal auf seinem Land parkieren.

Das Schöne an den «Mittwochsmusig»-Abenden sei, dass sie vom Arzt bis zum «Büezer» alle ansprechen. «Zuletzt am Konzert von Dögz hatten wir vor allem Biker bei uns – und draussen eine beträchtliche Ansammlung von Motorrädern», erzählt Caruso.

Einst vor dem Aus, heute Kult

Vom Geheimtipp wurde die Badi Villnachern zum regionalen Anziehungspunkt. Gemäss Caruso kann an den Konzertabenden auf bis zu 100 Stammgäste gezählt werden. Entsprechend wird auf der Website der «Mittwochsmusig» auch von der «Kult-Badi» geschrieben, von der man sich inzwischen kaum mehr vorstellen könne, dass sie vor wenigen Jahren nur knapp einer endgültigen Schliessung entging.

Der Vergleich mit der nahe gelegenen und ähnlich kleinen Badi Schinznach drängt sich da geradezu auf. Fernando Cassano, der mit seiner Frau Gertrud Schrottenholzer die Strandbar in Villnachern führt, findet dazu klare Worte: «Wir sind halt einfach engagierter als sie.» Ohne fixen Zahltag seien sie auf viele Gäste angewiesen. Entsprechend würden sie sich auch ins Zeug legen, um Besucher anzulocken.

Nächstes Jahr geht es weiter

Für die Freunde Cassano und Caruso ist es demnach bereits klar, dass es mit der Strandbar wie der «Mittwochsmusig» nächstes Jahr weiter gehen wird. «Wenn du mitmachst, mache ich auch weiter», sagt ihm Caruso. Und Cassano antwortet: «Ich mache nur, wenn du mitziehst.» Weitergehen soll es im selben Stil wie bisher. Das heisst: Auch mal mit grösseren Bands wie Fusion Square Garden, die Mitte August zehn Musiker auf die Bühne brachten. «Das war mein persönlicher Saisonhöhepunkt», sagt Caruso. «Das war ein subtropischer Abend in Villnachern, mit einer tollen Stimmung und einer super Band. Da stimmte einfach alles.»

Dieselbe Stimmung wollte Caruso am Mittwoch dann gleich selber auf die Bühne bringen. Mit seiner kurzzeitig zusammengestellten Band Class of 1965 spielte er mit weiteren Profi-Musikern ausschliesslich Lieder aus dem Jahr 1965 – dem Geburtsjahr von ihm wie von allen Musikern auf der Bühne sowie wohl von einigen Gästen. «Früher wurde ich gefragt, ob ich in einer Band mitmachen will wegen meiner Stimme oder weil man mich noch scharf fand», sagte Sängerin Bettina Dieterle auf der Bühne. «Heute werde ich gefragt, weil ich dieses Jahr 50 Jahre alt geworden bin.»

Nielen statt Ritalin

Die Musiker hätten das hohe, runde Alter jedenfalls alle gut überstanden bisher, versicherte sie dem gut gelaunten Publikum. «Wir sind früher ohne Helm Velo gefahren, sassen im Auto ohne Kindersitz und haben kein Ritalin gebraucht, sondern Nielen geraucht», scherzte sie. «Zudem hatten wir Filzläuse, keine Glutenallergie.»

Passenderweise spielte die Band dann auch das bekannte Lied «Talking about my generation» und noch viele weitere von den Beatles, den Rolling Stones, von Aretha Franklin oder Bob Marley. Es war eindrücklich zu sehen, wie viele bekannte Hits gemeinsam mit den Musikern auf der Bühne dieses Jahr 50 geworden sind. Ebenfalls grossartig waren die Gitarren- oder Keyboardsolos der Profimusiker. Das Publikum sang und tanzte zum krönenden Abschluss zu «Satisfaction» und «I feel good». Für sie geht der Sommer aber erst am Samstag zu Ende: Dann findet das Abschlusskonzert der Strandbar-Saison statt; mit auf der Bühne spielt wieder Roberto Caruso.

Abschlusskonzert Ghetto Netto, Samstag 12. September, 20 Uhr, Strandbar Badi Villnachern.