«S’isch Theaterzyt in Scherz» – seit nunmehr 30 Jahren bieten die Mitglieder der Theatergruppe Unterhaltung während zweier Wochenenden. Gezeigt wird meist ein Schwank oder, wie dieses Mal, ein Lustspiel.

«Im Meischter sini Geischter» stammt aus der Feder von Lukas Bühler. Die Devise gemäss Präsident Christian Meyer: «Das Publikum besucht die Vorstellung, hat Freude daran und kommt im nächsten Jahr wieder.» Der Mann mit dem prägnanten Schnauz gehört seit Beginn der Theatergruppen-Ära dazu. «Es war Heidi Langenegger 1989, die befand, dass in Scherz etwas Kulturelles fehlt. Ich kam 1990 als Schauspieler dazu.»

Anfänglich zeigten die Scherzer ihr einstudiertes Stück in zwei Vorstellungen. Die Spieldaten waren damals auf Ende Jahr festgelegt. Aufgrund von Terminkollisionen mit den turnenden Vereinen beschlossen die Theaterleute dann, ihr Stück jeweils Anfang Jahr in der Turnhalle zu zeigen.

1999 übernahm Christian Meyer die Tätigkeit als Präsident, aus der Theatergruppe entstand ein Verein. Das Spezielle: Die sieben bis neun Schauspielerinnen und Schauspieler zeigen ihre Stücke jeweils vor dem eigens erstellten Bühnenbild. Finessen, wie die ständig herunterfallenden Fotos des verstorbenen «Onkel Godi», sorgen in der diesjährigen Aufführung für Schreckmomente.

Christian Meyer, der in der Regie Unterstützung durch Roman Eichenberger erhält, ist sich sicher: «Das Ganze steht und fällt mit der Mannschaft.» Und auf diese ist er stolz: «Wir haben eine tolle Stimmung im Team, da muss auch der Schalk Platz haben.»

Hotel statt Bauernhof

Die Scherzer spielten nicht nur in der eigenen Halle: 2006 gastierten sie mit «Schwer verliebt» und 2015 mit «Gliich und Gliich» bei den Landfrauen Killwangen. Die Scherzer denken noch gerne daran zurück. Doch diese Zeit war intensiv: Nebst den zusätzlichen Auftritten bedeutete auch das Verladen des gesamten Equipments einen erheblichen Aufwand. Etwas Spezielles wird zum 30-Jahr-Jubiläum am 2. März geboten: Die Berner Schlagersängerin Michelle Kissling wird die Theaterbesucher musikalisch unterhalten.

Im aktuellen Stück geht es um das Vermächtnis von Onkel Godi: den Lindenhof. Da der Verstorbene kinderlos war, streiten nun seine Nichten Rösi (Esther Rauber) und deren Schwester Claire (Doris Keller) um den Bauernhof. Während Bäuerin Rösi den Lindenhof weiterhin bewirtschaften will, hat ihre Schwester ganz andere Pläne.

Der Städterin schwebt ein Hotel statt des Bauernhofs vor. Bei ihrem Besuch auf dem Lindenhof hat sie auch Ehemann Ottokar (Roger Baumberger) und Tochter Jacqueline-Isabelle (Evelin Keller) im Schlepptau. Diese interessiert sich eher für ihre Kosmetika als für den langweiligen Hof. Bis sie den Nachbarn Hansjakob (Guido Limacher) kennen lernt.

Dessen Vater Jakob (Kari Pichler) kreuzt eigentlich wegen einer versprochenen Landparzelle auf dem Hof auf. Höchst erfreut reagiert er auf die Avancen seines Sohnes, denn dieser sollte schon längst unter der Haube sein. Und dann sind da noch Knecht Guschti (Marcel Schütz) und Magd Annekäthi (Doris Ammann), die keinen Streit auslassen.

Die Vermächtnis-Frage ist das eine, das andere sind die Zeichen, die Onkel Godi der Familie zukommen lässt. Aus diesem Grund zitiert Claire den Geisterjäger Harzenmoser (Simon Ficht) auf den Hof. Schliesslich soll es hier nicht mehr spuken, wenn einst «ihr» Hotel auf dem Boden des jetzigen Lindenhofs steht.

«Im Meischter sini Geischter» wird am Freitag, 22. Februar, um 20 Uhr gezeigt. Weitere Aufführungen: Samstag, 23. Februar, 20 Uhr, Sonntag, 24. Februar, 14 Uhr. Freitag, 1. März, 20 Uhr und Samstag, 2. März, 20 Uhr.