Brugg
Zum Abschied hat der Förster unter Aufsicht letzten Baum gefällt

Der Brugger Förster Ruedi Harisberger wurde nach 41 Jahren zwar nicht mit einem goldenen Fallschirm, aber mit einer per Fallschirm überreichten goldenen Spraydose verabschiedet.

Arthur Dietiker
Drucken
Teilen
Verabschiedung Förster Harisberger
8 Bilder
Thomas Kaufmann hatte für die Fahrt in den Wald Lucki und Lindor vor die Wagonette gespannt
Noch weiss Ruedi Harisberger (l.) nicht, was Markus Ottiger für ihn alles für Überraschungen organisiert hat.
3_Ottiger (l.) will von Harisberger wissen, wie die im Tornister mitgebrachten alten Werkzeuge heissen – und für was sie einst gebraucht wurden.
Martin Brügger kam „per Fallschirm“…
…und ehrte Ruedi Harisberger mit einer „Goldenen Spraydose“
Alle wollten aus der Nähe sehen, wie Ruedi Harisberger „den letzten Baum“ fällt
Zur Pension schenkten ihm seine ehemaligen Mitarbeiter eine Sitzbank

Verabschiedung Förster Harisberger

AZ

Förster Ruedi Harisberger trat 1972 in die Dienste der Stadt Brugg und übernahm ab 1994 die Verantwortung als Betriebsleiter der Forstverwaltung, welche die Waldungen der Ortsbürgergemeinden Brugg und Scherz sowie der Bad Schinznach AG und des Waffenplatzes Brugg betreut.

Nun wurde Harisberger pensioniert. Der in Weiach wohnhafte Markus Ottiger (54), der seit 1991 Förster und Betriebsleiter des Forstbetriebs Region Kaiserstuhl war, ist als Nachfolger gewählt worden.

Harisberger ahnte nicht, welche Überraschung ihn zum Abschied erwartete. Er wurde vom Rüfenacher Thomas Kaufmann mit einer Wagonette, vor der die beiden Freiberger Pferde Lucki und Lindor gespannt waren, und Markus Ottiger hinten auf der Kutsche sitzend abgeholt.

Die Fahrt ging in den Brugger Wald Richtung Alpenzeiger. Im Gebiet Chräpfelen bog dann die Wagonette links ab, Richtung «Rüschespitz» – und da wartete die nächste Überraschung auf Harisberger.

Da standen alle seine ehemaligen Mitarbeiter der Brugger Forstverwaltung sowie die aktuell drei Auszubildenden und die Holzerequipe der Ortsbürgergemeinde Scherz und schauten auf einmal zum Himmel. Über dem «Rüschespitz» kreiste zwei-dreimal ein Flugzeug.

Und diesem entstieg – laut jauchzend – ein Fallschirmspringer, der punktgenau in der Waldlichtung, wenige Meter von der Gruppe entfernt, landete.

Es war der erprobte Fallschirmgrenadier Martin Brügger, Mitglied der Brugger Landschaftskommission, der dem scheidenden Förster auf diesem nicht alltäglichen Weg eine symbolische «Goldene Spraydose» übergab.

Am Boden lagen drei Motorsägen bereit. Da trat überraschend Benjamin Geissmann vor die Versammelten, und sagte zu Harisberger im Namen der drei Auszubildenden, sie hätten noch nie miterlebt, wie er einen Baum fälle, jetzt sei aber der Moment, wo sie das noch sehen möchten. Der frisch pensionierte Förster gab sich keine Blösse. Lehrbuchmässig fällte er die vorher markierte Weisstanne.

Danach war es Zeit für das gemeinsame Znüni beim «Unghüürhüttli», wo Harisberger die von seinen ehemaligen Mitarbeitern zur Pension geschenkte Sitzbank einweihen konnte.

Zum Abschluss gab es dann noch eine kleine Weiterbildung. Auf dem Feldberg wurde aus einem speziellen Blickwinkel im «Haus der Natur» Einblick in die deutsche Forstwirtschaft gewährt.

Aktuelle Nachrichten