Brugg
Zum 40. Geburtstag der Konfettispalter wimmelt es von Hexen in Brugg

Das Konfetti ist gespalten, die Leviten sind gelesen, der Stadtschlüssel ist in den Händen der Fasnächtler. Am Donnerstagabend wurde die Brugger Fasnacht erstmals im Salzhaus eröffnet. Anschliessend ging es bunt, laut und witzig zu und her.

Janine Müller
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Laternenumzug zum Storchenturm.
14 Bilder
Laternenumzug zum Storchenturm mit der Guggenmusik Opus C Voll
Fasnachtseröffnung im Salzhaus - Zunftmeister Hugo Schmid (links) nimmt die Schwarz-Weiss-Brille von Stadtammann Daniel Moser entgegen
Fasnachtseröffnung im Salzhaus - Zunftmeister Hugo Schmid (links) erhält den Stadtschlüssel von Stadtammann Daniel Moser
Keiner zu klein, ein Fasnächtler der Zwäsi-Gugge zu sein
Fasnachtseröffnung im Salzhaus - Zunftmeister Hugo Schmid (links) nimmt die Gratulationen von Stadtammann Daniel Moser entgegen
Fasnachtseröffnung im Salzhaus - die Rollator Grosis gratulieren der Konfettispalterzunft
Fasnachtseröffnung im Salzhaus - ein bestens gelaunter Zunftmeister Hugo Schmid
Beim Storchenturm spielt die Rrätz-Clique
Beim Storchenturm spielen Opus C Voll aus Riniken auf
Brugg Fasnachtseröffnung 2016
Beim Storchenturm lesen die Hexen Brugg die Leviten
Beim Storchenturm spielt die Brugger Zwäsi-Gugge auf
Beim Storchenturm spaltet Zunftmeister Hugo Schmid das Konfetti

Laternenumzug zum Storchenturm.

Michael Hunziker

Da steht er also. Hugo Schmid, Noch-Zunftmeister der Konfettispalter-Zunft Brugg. Es ist wohl das letzte Mal, dass er die Ehrengäste an der Fasnachtseröffnung empfängt. Das erste Mal dafür im Salzhaus (statt wie üblich im Rathaussaal). Wie es zu diesem Ortswechsel kam?

Darauf wollte der Zunftmeister an diesem Abend nicht mehr gross eingehen. Vielleicht auch, weil viele finden, dass eine Fasnachtseröffnung im Salzhaus irgendwie gar nicht so schlimm ist? Viele Komplimente erhält die Fasnachtszunft für ihr neues Kostüm. Dieses ist nämlich nicht nur schwarz-weiss, sondern trumpft neuerdings – wenn auch gut versteckt – mit Farbe auf: Das Innenfutter der Frauen ist rot, jenes der Männer blau.

Hugo Schmid lassen die Fasnächtler nicht gerne einfach so ziehen. Darum haben sich die Häxe vo Brugg eine Überraschung für ihn ausgedacht. Mit frechen Sprüchen und viel Farbe nehmen sie den Zunftmeister und die Konfettispalter mit ihrem Motto schwarz-weiss hoch. 40 Jahre existiert die Zunft bereits. Von Stadtammann Daniel Moser gibt es dafür eine Konfetti-Torte und von den anwesenden Schnitzelbänklern Glückwünsche. Wer künftig das Amt des Zunftmeisters übernimmt, ist noch nicht klar.

Unzimperliche Hexen

Völlig klar ist allerdings, wann der Laternenumzug durch die Altstadt startet. Punkt 18.44 Uhr marschieren die sieben Gruppen los. Die Zunft mit den Laternen und die Ehrengäste zuvorderst, dahinter folgen die Zwäsi-Gugge aus Brugg, die Trombongos aus Windisch, die Schwellbaumschränzer Windisch, die Guggenmusik Opus C Voll aus Riniken und natürlich die Häxe. Den Abschluss machen die Pfeifer und Trommler der Rrätz-Clique.

Beim Storchenturm kommt es zum ersten Höhepunkt: dem Spalten des Konfettis. Letztes Jahr liess Hugo Schmid Präzision vermissen. Gestern klappte es besser. Zwar ist ein zweiter Anlauf nötig, doch der Zunftmeister präsentiert dann ein perfekt entzweites Konfetti.

Nebst den Auftritten der anwesenden Guggenmusiken kommen auch die Häxe vo Brugg zum Zug. Zahlreich wie nie erscheinen sie am 40. Geburtstag der Konfettispalter. Wo die wohl alle herkommen? Mit ihrem Wortwitz und gewohnt unzimperlich lesen sie der Bevölkerung – oder besser: der Brugger Verwaltung und Regierung – die Leviten.

Die Stadträte bekommen alle ihr Fett weg. Klar, dass auch die Fusionsgespräche zwischen Brugg und Schinznach-Bad ein Thema sind. Das dürfte die Fasnächtler noch einige Jahre beschäftigen.