Campus
Züglete im Campus für Büros, 20 Klaviere, 5 Flügel und einen Leguan

Der Campus Brugg-Windisch macht Sommerferien, dennoch passiert einiges: Ein Umzug ins Haus 4.

Elisabeth Feller
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Projektleiter Valentino Ciullo (links), Cengiz Erdogan (verdeckt) und Matthias Zehnder (Mitte) freuen sich: Der Umzug der Pädagogischen Hochschule und des Instituts für Mikroelektronik auf das Campusareal geht reibungslos über die Bühne. EF.

Projektleiter Valentino Ciullo (links), Cengiz Erdogan (verdeckt) und Matthias Zehnder (Mitte) freuen sich: Der Umzug der Pädagogischen Hochschule und des Instituts für Mikroelektronik auf das Campusareal geht reibungslos über die Bühne. EF.

Pendlern, die in den Bahnhof Brugg einfahren, ist der Campus vertraut. Wer von ihm spricht, meint natürlich die beiden auffälligen Kolosse – die Gebäude 5 und 6. Darob geht die neben dem grünen Agrisano-Haus situierte Nummer 4 beinahe vergessen. Im Vergleich zu den gegenüberliegenden Nachbarn wirkt sie vergleichsweise zierlich. Doch oho: Das Haus weist neun Geschosse auf – und diese sind mittlerweile voller Leben. Was damit gemeint ist, erfährt die Besucherin beim Eintreten.

Auf Schritt und Tritt stösst sie auf Mobiliar und anderes, das nur darauf wartet, von kräftigen Händen ergriffen, auf Paletten gehoben und mit dem Lift an den Bestimmungsort befördert zu werden. Auf den Punkt gebracht: Die Pädagogische Hochschule zieht aus ihrer angestammten, charmanten Villa an der Baslerstrasse ins Haus 4 an der Steinackerstrasse ein. Dasselbe gilt für das Institut für Mikroelektronik, das von der Steinackerstrasse 1 in die Steinackerstrasse 5 zügelt.

Der Umzug ist eine logistische Herausforderung, die Monate im Voraus minutiös geplant werden musste – und zwar von der darauf spezialisierten Firma Bouygues. Valentino Ciullo, Projektleiter Move Management, und Alexander Sonnleitner, Product Manager, wissen, was eine solche Züglete bedeutet. Zum Beispiel am Freitag umziehen, damit am Montag alles – frisch gereinigt, versteht sich – bezugsbereit ist. «Der Betriebsunterbruch muss für Mitarbeitende so kurz wie möglich sein», unterstreicht Projektleiter Ciullo und fügt mit einem Lächeln hinzu: «Sogar die Topfpflanze muss am richtigen Ort stehen.»

«Manneskraft erforderlich»

Seit dem 11. Juli sind im Haus 4 täglich 25 bis 30 Männer am Wirken. Dabei geht es nicht bloss um das Einrichten von Büro-, sondern auch von Unterrichtsräumen. Dorthin wurden unter anderem 20 Klaviere und 5 Flügel gezügelt: «Da war in der Tat Manneskraft erforderlich», staunen Ciullo und Sonnleitner. Beide haben grössten Respekt vor dieser Arbeit, die von Fachmännern ausgeführt worden ist. «Allein schon das Heben und Tragen dieser mehrere hundert Kilogramm wiegenden Instrumente, ist unglaublich. Es darf dabei einfach nichts passieren.» Klaviere, Flügel sowie Schlaginstrumente der Pädagogischen Hochschule sind jedoch nur das Eine. Und das Andere? «Tiere», sagt Valentino Ciullo und ergänzt mit einem Augenzwinkern: «Aber es sind keine zum Kuscheln.» Sondern? «Ein Leguan, zudem Riesenschnecken, Aquarien mit Fischen, Echsen und Heuschrecken.»

In die speziellen Boxen für den Transport sind die Tiere übrigens nicht vom Zügelteam, sondern von den Dozenten getragen worden. «Am neuen Ort haben die Tiere ihre gewohnten Terrarien vorgefunden», so der Projektleiter. Die Palette der gezügelten Gegenstände ist also denkbar breit: Werk- und Bohrmaschinen, Fräsen, aber auch heikle Messgeräte und Chemikalien befinden sich beispielsweise darunter. Valentino Ciullo und Alexander Sonnleitner sind zufrieden: Der Umzug und die am vergangenen Freitag beendeten Nacharbeiten sind reibungslos über die Bühne gegangen: Am 11. August wird nun auch noch das Untergeschoss bezogen werden.