Brugg

Zuerst sind die Bibliothek, die Fassade und die Fenster an der Reihe

Im Zimmermannhaus sind die Bibliothek sowie in den Obergeschossen die Galerie und der Konzertsaal untergebracht. mhu

Im Zimmermannhaus sind die Bibliothek sowie in den Obergeschossen die Galerie und der Konzertsaal untergebracht. mhu

Das altehrwürdige Zimmermannhaus in Brugg soll schrittweise saniert werden. Der Einwohnerrat entscheidet am Freitag, 28. Juni, über einen Kredit von 463'500 Franken für die erste Etappe.

Laut Stadtrat Brugg weist das Zimmermannhaus «einen allgemein schlechten Zustand auf und entspricht den Bedürfnissen der Nutzer nicht mehr». Speziell in der Bibliothek zeigten sich die Spuren der Zeit deutlich.

In der Liegenschaft mit Jahrgang 1800 wurden vor 30 Jahren Bibliothek, Galerie und Konzertsaal eingerichtet. Später kamen die Archive im Schutzraum dazu. Der gesamte Sanierungsbedarf beläuft sich gemäss Stadtrat auf rund 870 500 Franken.

Jetzt geht es um einen Baukredit von 463 500 Franken für die erste Etappe inklusive Staatsbeitrags für die Lärmsanierung der Fenster von 155 000 Franken.

«Funktionalität gewährleistet»

Folgende Massnahmen sind im kommenden Jahr geplant: Fassade und Fenster, Gebäudebeschriftungen, Aussenbeleuchtung; vollständige Sanierung der Bibliothek mit Boden, Wänden und Decken; Ersatz der Akustikdecke und der Beleuchtung der Galerie.

«Mit den vorgesehenen Sanierungsmassnahmen kann das Nutzungskonzept des Zimmermannhauses optimal abgestimmt werden und die Funktionalität bleibt langfristig gewährleistet», ist der Stadtrat überzeugt.

Weiter entscheidet der Einwohnerrat am Freitag, 28. Juni, über Einbürgerungen, Rechenschaftsbericht und Rechnung 2012, Jahresbericht 2012 über die «Wirkungsorientierte Verwaltungsführung bei der Feuerwehr», Gemeindevertrag über den regionalen Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz Brugg Region, unveränderte Besoldung des Stadtrats sowie Teiländerung des Bauzonen- und Kulturlandplans. Konkret sollen am Bruggerberg zehn Parzellen der Naturschutzzone zugewiesen werden.

Um die «Zonierung Bruggerberg» wird seit Jahren gestritten. Der Stadtrat macht in seiner Botschaft an den Einwohnerrat auf die lange Vorgeschichte aufmerksam. 1996 wies der Einwohnerrat die unüberbauten Gebiete am Bruggerberg der Bauzone zu.

Gegen diesen Beschluss erhob die Pro Natura Aargau Beschwerde und im Jahr 2000 wies der Regierungsrat verschiedene Teilflächen einer Naturschutzzone zu.

Dieser Zuweisungsbeschluss passte allerdings mehreren Eigentümern nicht, worauf sie Beschwerde erhoben. Das Verwaltungsgericht hiess die Beschwerden in den Jahren 2003 und 2004 teilweise gut.

Planung zurückgewiesen

Mit einigen Grundeigentümern konnten in der Zwischenzeit Lösungen gefunden werden. Für diejenigen zehn Parzellen, für die keine Einigung zustande kam, musste die Frage geklärt werden, ob sie schutzwürdig sind. Zur Beurteilung wurde ein Gutachten erstellt.

Der Regierungsrat, der sich bei seiner Beurteilung auf das Gutachten abstützte, stellte im August 2008 fest, dass die Zuweisung der strittigen Grundstücke in die Bauzone nicht angemessen sei. Er spielte den Ball wieder der Stadt Brugg zu. Anders gesagt: Die Planung wurde zur Überarbeitung zurückgewiesen.

Nun soll die Situation abschliessend geklärt werden. Gegenüber den Entwicklungsabsichten in den Neunzigerjahren habe sich die Ausgangslage verändert, so der Stadtrat. Es habe ein Wertewandel stattgefunden: gestiegene Bedeutung der natur- und landschaftsschützerischen Belange, erhöhte Anforderungen für Neueinzonungen.

Im November 2010 beschloss der Stadtrat, die umstrittenen Parzellen am Bruggerberg im Grundsatz der Naturschutzzone zuzuweisen. Nach der kantonalen Vorprüfung folgten das Mitwirkungsverfahren und – Anfang 2012 – die öffentliche Auflage. Zwei Einwendungen wurden abgewiesen.

Einwohnerrat Freitag, 28. Juni, 19.30 Uhr, Rathaussaal.

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