Veltheim

Zuerst ein Brand und jetzt ein brandneuer Stall

Das Happy End nach turbulenten Zeiten: Landwirt Ernst Salm vor seinem wieder aufgebauten Laufstall. Er hat ein Bäumchen daneben gepflanzt, das Feuerwehrleute gespendet haben. «Zur Erinnerung an die Brandnacht».

Das Happy End nach turbulenten Zeiten: Landwirt Ernst Salm vor seinem wieder aufgebauten Laufstall. Er hat ein Bäumchen daneben gepflanzt, das Feuerwehrleute gespendet haben. «Zur Erinnerung an die Brandnacht».

Der Stall des Berghofs ob Veltheim von Ernst Salm stand im Januar in Flammen – nun steht bereits ein neuer Stall und die Kühe sind eingezogen

«Die Unterstützung war beeindruckend, ganz viele Menschen haben uns geholfen und dazu beigetragen, dass hier wieder ein Stall steht», erzählt Ernst Salm. Der Landwirt vom Berghof blickt auf turbulente Zeiten zurück.

Doch darauf deutet heute nichts mehr hin: Die Siloballen sind wieder säuberlich aufgereiht und das Stroh im Dachstock verstaut, sogar der Stall sieht gleich aus wie der vorherige. Nur die brandschwarze Wand der Scheune nebenan verrät noch, welch dramatischen Momente sich hier abgespielt haben.

Kurz vor Mitternacht an einem Sonntagabend im Januar brannte der Laufstall, der 50 Kühen Platz bot. Das Vieh flüchtete vor den Flammen und konnte sich retten. Aber 100 Ballen Silofutter verbrannten, 20 Tonnen Stroh waren vom Löschwasser durchnässt oder verbrannt.

Ernst Salm hatte bereits geschlafen, als der Bagger vor dem Stall wegen eines technischen Defekts Feuer fing. Die Flammen griffen auf den Stall über. In Rupperswil beobachtete jemand den ungewöhnlich hellen Himmel über Veltheim und benachrichtigte die Feuerwehr. Erst die Polizeisirenen weckten Ernst Salm.

Danach stand der Landwirt vor einem Trümmerhaufen: der Sachschaden betrug 200000 Franken, Futter und Stroh waren weg. Salm war sich nicht einmal sicher, ob die Versicherung für die Entsorgung der Trümmer aufkommen würde.

Doch sie tat es, 15000 Franken kostete die Entsorgung. Und auch sonst trugen viele Menschen dazu bei, dass die Geschichte so schnell ein Happy End fand. Gleich am Morgen nach dem Brand halfen Bekannte mit, eine Notunterkunft für die Kühe zu bauen. «Die Kühe haben erstaunlich gelassen auf die Umstellung reagiert», meint Salm rückblickend. Und die Futterspenden von anderen Bauern reichten seinem Vieh bis zum Winterende.

Genauso unkompliziert verlief der Bau des neuen Stalles. Salm telefonierte mit der Firma, die den abgebrannten Stall vor zehn Jahren gebaut hatte und noch im Besitz der Pläne war. Innerhalb von sechs Wochen lieferte die Firma den neuen Stall, in weiteren zwei Wochen war er aufgebaut.

Beim Einrichten halfen wiederum Bekannte. Dieses Tempo führte zu einigen zeitlich ungewohnten Abläufen in Veltheim. Offiziell erteilte die Gemeinde die Baubewilligung nämlich erst, als der Stall bereits stand. «Eine mündliche Bewilligung bekam ich aber sofort nach dem Brand, deshalb hielt man zuerst eine schriftliche Bewilligung nicht für nötig», sagt Salm.

Auch der Kanton erteilte die Baubewilligung rasch, der Form halber erteilte die Gemeinde die Bewilligung dann noch schriftlich. Und für das Aufrichtefest war während des Baus keine Zeit. «Einer der Handwerker meinte, ich täte besser daran, ein Aufrichtefest zu machen, um weitere Brände zu verhindern», so Salm lachend. Als Kompromiss hat er deshalb die ganze Mannschaft zu seinem alljährlichen Güggeli-Essen im Juni eingeladen.

Als Erinnerung an die Brandnacht hat Salm neben dem Stall ein Bäumchen gepflanzt. Mit dem Geld, das zwei Feuerwehrmänner gespendet haben: «Damit wir nie vergessen», sagt er nachdenklich. Vor dem neuen Stall steht wieder ein Bagger für das Misten. «Es passiert schon nicht nochmals das Gleiche», sagt Salm dazu gelassen. Dafür sorgt er schliesslich mit der Aufrichte.

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