Um 10 Uhr morgens wird es am Montag, 14. Januar ruhig sein im Altersheim Eigenamt. Lange anhalten wird die Stille jedoch nicht. Sie wird jäh gebrochen durch Baulärm, der durch Mark und Bein fährt: Die Umbauarbeiten beginnen. Die Heimbewohnerinnen und -bewohner werden zu diesem Zeitpunkt jedoch schon in Bussen sitzen und ihr neues, temporäres Zuhause ansteuern.

Am Freitag, 25. Januar werden die Senioren dann die Heimfahrt antreten – im Bewusstsein, dass die lärmintensivsten Arbeiten hinter ihnen liegen. Bis zur Fertigstellung des Umbaus im Sommer wird es zwar noch einige Monate dauern, «doch sie werden wohl erträglich sein»: Dies erhofft sich Martin Hüppi. Den Altersheimleiter scheint wenige Tage vor dem Umzug nichts aus der Fassung zu bringen, dabei haben er und sein Team ein logistisches Grossunterfangen zu bewältigen.

Kurzfristiges Zuhause finden

Die Vorarbeiten zum vorläufigen Auszug der Bewohner haben bereits früh im letzten Jahr begonnen. Nicht verwunderlich, mussten doch viele grosse und – daraus abgeleitet – unzählige Details besprochen, abgeklärt und abgemacht werden. Im Vordergrund stand dabei stets die Frage: «Wo finden wir für unsere Heimbewohner ein kurzfristiges Zuhause?»

Drei Bewohner gehen jetzt zu ihren Familien; 23 (13 von der Geriatrie; 10 von der Demenzabteilung) werden in Gontenschwil («Wannental») untergebracht; in den Windischer «Lindenpark» (Sanavita) werden 15 Bewohner in jene leer stehenden Wohnungen ziehen, die im Frühling dieses Jahres abgebrochen werden; fünf Bewohner werden im Wettinger «Sonnenblick» sowie im Regionalen Pflegezentrum Baden (RPB) untergebracht. Die Zimmer der Bewohner werden vom 14. bis 25. Januar abgeschlossen und damit ebenso verwaist sein wie die Küche im Altersheim Eigenamt. Deren Personal wird nämlich die Gäste in Gontenschwil bekochen. In Windisch, Baden und Wettingen werde das anders sein, sagt Martin Hüppi: Dort würden die Neuankömmlinge von den hauseigenen Küchen verpflegt. Die Abwesenheit des hauseigenen Küchenpersonals hat aber auch externe Auswirkungen. Die Altersheimküche hat in der Region nämlich etwa 17 Menü-Mobilkunden mit frisch gekochten Menüs beliefert.

Das wird sie während elf Tagen nicht mehr können, weshalb der «Neuhof» aus Birr einspringt. Einspringen, helfen: Das sind zwei Wörter, die sich wie ein roter Faden durch das Gespräch mit Martin Hüppi schlängeln. Ihre Hilfe bieten bei der Abreise und der Rückkehr freiwillige Helferinnen und Helfer an. An beiden Tagen werden überdies zehn Zivilschützer anwesend sein: Betreuer, welche die Heimbewohner begleiten, aber auch leichtere und schwerere Gegenstände tragen. Die Zivilschützer zählen genauso zu den «guten Geistern» wie die Fahrer vom Fahrtendienst Eigenamt, die während elf Tagen für den Shuttle-Betrieb zwischen Lupfig und Gontenschwil besorgt sind: Der Shuttle-Bus wird Lupfig jeweilen um 6, 13 und 18 Uhr verlassen.

Einige Heim-Mitarbeitende werden während der ersten Umbauphase Ferien beziehen; andere werden weiter im Heim tätig sein. Beispielsweise Administration, Buchhaltung und der Heimleiter. Ob sie sich Ohrstöpsel beschaffen müssen? «Das werden wir dann sehen», sagt Martin Hüppi mit einem Lächeln.