Windisch
Zu wenig Besucher, zu hohe Verluste: Die Oper Schenkenberg ist am Ende

Nicht zum ersten Mal macht die Oper Schenkenberg ein Defizit. Nun sind die Verluste jedoch so hoch, dass die Organisatoren vor dem Konkurs stehen.

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Geringe Besucherzahlen sind der Freiluftoper zum Verhängnis geworden.

Geringe Besucherzahlen sind der Freiluftoper zum Verhängnis geworden.

Claudia Meier (cm)

Es ist kein Geheimnis, dass die Oper Schenkenberg in Windisch Publikum vermisst. Wie die az berichtete, lag die Zuschauerauslastung der diesjährigen Produktion «Rigoletto» lediglich bei rund 50 Prozent. Bereits 2013 konnte die Freiluftoper nicht mehr an ihren ersten grossen Erfolg «Carmen» anknüpfen, was im Budget ein Loch in der Höhe eines sechsstelligen Betrages hinterliess.

Nun stehen die Organisatoren vor dem Konkurs, wie Peter Bernhard, Intendant und künstlerischer Leiter der Oper Schenkenberg, mit schwerer Stimme gegenüber dem «SRF Regionaljournal» bestätigt: «Die Oper Schenkenberg ist gestorben, das kann man wohl so sagen.»

Auch die Produktion «Il Trovatore» vor drei Jahren litt unter geringen Zuschauerzahlen:

Das monumentale, bis zu 15 Meter hohe «Trovatore»-Bühnenbild beeindruckte das Publikum.
10 Bilder
Die Oper Schenkenberg ist auf der Suche nach einem neuen Standort.
Die Inszenierung von Verdis «Il Trovatore».
Peter Bernhard als «Trovatore» Manrico, neben ihm Mary Elizabeth Williams als Leonora.
Oper-Schenkenberg-Intendant Peter Bernhard.

Das monumentale, bis zu 15 Meter hohe «Trovatore»-Bühnenbild beeindruckte das Publikum.

Ingo Höhn

Bereits morgen wird er auf dem Konkursamt die Bilanz deponieren. Obwohl «Rigoletto» günstiger produziert werden konnte als budgetiert, fehlten dem Verein 5000 Zuschauer. Desweiteren sei auch die öffentliche Hand viel weniger spendabel gewesen als in vergangenen Jahren. Entsprechend gross sei nun das Defizit.

Konkurs betrifft auch Festival Solothurn Classics

Diverse Lieferanten von «Rigoletto» haben gegenüber dem Radiosender bestätigt, dass ihre Rechnungen bisher nicht bezahlt wurden.

Wie das «SRF Regionaljournal» weiter schreibt, hat der Konkurs der Freiluftoper auch Auswirkungen auf den Kanton Solothurn. Erst 2015 fusionierte das Festival Solothurn Classics mit der Oper Schenkenberg. Für 2017 war bereits die Aufführung der Oper «Tosca» in der Stadt Solothurn geplant. Dieser Plan ist nun laut Bernhard ebenfalls gestorben: «Wir haben immer gesagt, dass es in Solothurn nur eine Oper gibt, wenn wir mit dem ‹Rigoletto› schwarze Zahlen schreiben. Aber jetzt muss ich sagen: Es wird in Solothurn keine ‹Tosca› geben.» (sme)

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