Oberflachs
Zu Besuch in Oberflachs, wo Goldtaler zu Kröten werden

Der Skulpturenweg ist mit neuen Skulpturen versehen worden. Diese setzen sich mit mittelalterlichen Sagen aus dem Schenkenbergertal auseinander. So hat sich Hansruedi Byland die Sage «Krötenthaler zu Veltheim» vorgenommen.

Carolin Frei
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Sagenerzähler Armin Käser
8 Bilder
Rolf Wyss beim Stellen seiner Skulptur
Kunstwerke zum Bestaunen und auch Anfassen
Hansruedi Byland (li.) hilft dem Künslterkollegen Daniel Schwarz, seine Eule zu stellen.
Hansruedi Byland (li.) hilft dem Künslterkollegen Daniel Schwarz, seine Eule zu stellen.
Armin Käser erzählt die Sage von der heiligen Gisula
Sulpturenweg
Hans Etter (links) vom Verein Skulpturenweg unter der Fluh führt durch den Skulpturenweg

Sagenerzähler Armin Käser

Aargauer Zeitung

Vor langer, langer Zeit hat eine junge Frau in einem Wassergraben Goldtaler gefunden, sagt Sagenerzähler Armin Käser anlässlich der Vernissage des erneuerten Skulpturenwegs in Oberflachs. Mit diesen Worten greift er die Sage «Die Krötenthaler zu Veltheim» auf. «Sie hat sie eingesammelt, mit nach Hause genommen, auf den Tisch geleert und vor Freude ‹wir sind reich› gejubelt», sagt Käser. Die Freude währte nicht lange, verwandelten sich die Taler doch in Kröten, die sich nicht mehr aus dem Haus vertreiben liessen.

Skulpturen aus Kalkstein, Holz und Alteisen

Dieser Sage hat sich der Künstler Hansruedi Byland aus Veltheim angenommen. «Meine drei Kröten, die auf einem Talerhaufen hocken, sollen dies unterstreichen», sagt er. Sein Werk hat er aus Kalkstein geschaffen. Kalkstein ist denn auch, nebst Holz, bei vielen der gut 15 Skulpturen das Material, aus dem sie gemeisselt wurden. Nicht so bei den Objekten von Daniel Schwarz aus Effingen. «Diese Eule habe ich aus Alteisen gemacht, unter anderem mit einem Teil einer grossen Schere», sagt er. Und bei seiner Eisen-Spinne kam gar eine Taucherflasche zum Zug.

Die Kombination von Sagen und dazu passenden Skulpturen mache es für den Betrachter sehr interessant, sagt die Oberflachserin Peggy Portmann, eine der wenigen Vernissagebesucher. «Und als Armin Käser vor dem Sagenerzählen den Hut aufsetzte, wurden die Kinder sofort still», ergänzt sie schmunzelnd.

Den Weg bekannter machen

Er habe nicht mit einem Grossaufmarsch für die Vernissage gerechnet, sagt Hans Etter vom Verein Skulpturenweg «Unter der Fluh» und ebenfalls Aussteller. Das Ziel des Vereins sei jedoch, den Weg ganz allgemein bekannter zu machen. Und Ziel sei auch, den Kunstschaffenden aus der Region eine Plattform zu bieten. Eine Plattform, die zugleich eine Bereicherung fürs Waldgebiet und all seine Wanderer sei.

Das vom kantonalen Forstamt 2008 freigegebene Ausstellungsgebiet liegt am Aufstieg zwischen dem Naturfreundehaus Gislimatt bis zum Grat bei der Riedmatt. Die Route ist gut ein Kilometer lang. Unterwegs gibt es eine Feuerstelle und einen Picknickplatz. Wer auf dem Weg in den Genuss des Erzählens der Sagen vom Krötenthaler, dem Wildi-Küfer und der heiligen Gisula kommen möchte, kann dies beim Verein Skulpturenweg «Unter der Fluh» buchen.