Mandakh

Zu Besuch im anderen Mandach: Was Martin Vogt in der Mongolei beeindruckt hat

Vor zweieinhalb Jahren hat Martin Vogt den Ort Mandakh in der Mongolei besucht. Am Dorffest im August wird er über dieses andere Mandach berichten.

Ich bin vermutlich der einzige Mensch, der von sich sagen kann, schon in beiden Mandach gewesen zu sein», meint Martin Vogt lachend. Das hat etwas für sich. Denn das andere Mandach – Mandakh – befindet sich in der Mongolei. Als Hauptort des gleichnamigen Distrikts, der zur Provinz Dornogovi gehört, liegt Mandakh auf 44 Grad 24 Minuten nördlicher Breite und 108 Grad 15 Minuten östlicher Länge im Südosten des Landes, etwa 450 Kilometer von der Hauptstadt Ulan Bator entfernt.

«Ich wollte schon immer mal dorthin», sagt Martin Vogt, der in Mandach aufgewachsen ist, heute aber in Brugg lebt. «In der Schule in Leuggern hatten wir einen grossen Globus. Darauf hatte ich gesehen, dass es ungefähr auf halbem Weg zwischen Peking und Ulan Bator einen Ort namens Mandach gibt. Vor Jahren hatten Leute aus dem mongolischen Mandakh, die in Deutschland studiert haben, den Kontakt zum aargauischen Mandach aufgenommen. Das hat sich aber nicht weiter entwickelt.» Nach einer beruflichen Zäsur, so Martin Vogt, habe er sich im Herbst 2015 gesagt: «Jetzt oder nie».

Mandakh-Karte im Jubiläumsbuch. Martin Vogt hat in der Mongolei die Gemeinde Mandakh (Mandach) besucht, auf seinem Computer zeigt er Fotos, die er geschossen hat. Brugg, 14. Februar 2018.

Mandakh-Karte im Jubiläumsbuch.

Mandakh-Karte im Jubiläumsbuch. Martin Vogt hat in der Mongolei die Gemeinde Mandakh (Mandach) besucht, auf seinem Computer zeigt er Fotos, die er geschossen hat. Brugg, 14. Februar 2018.

Rudimentäre Vorbereitung

«Ich besuche gerne urige Gebiete», erklärt Martin Vogt. «Erst recht, wenn sich eine Gelegenheit bietet, das nicht zur Zeit der Touristenströme zu machen.» Sein Besuch der Mongolei erfolgte denn auch ausserhalb der üblichen Reisezeiten. «Es war tagsüber brütend heiss und nachts so kalt, dass das Wasser in der Flasche gefror», sagt er. Abgesehen von Mandakh selber habe sein Interesse am Bogenschiessen – neben Reiten und Ringen ein Nationalsport der Mongolei – bei der Reise eine Rolle gespielt.

Die Vorbereitungen, räumt Martin Vogt ein, seien eher rudimentär ausgefallen. «Ich habe Mandakh gegoogelt», sagt er. «Aber da war nicht wahnsinnig viel zu erfahren.» Durch ein kleines Reisebüro, das über persönliche Kontakte in die Mongolei verfügt, konnte er eine individuelle Reise buchen. «Ich bin vom Fahrer Bekhbaatar und der Dolmetscherin und Köchin Sarangerel, mit denen ich während zweier Wochen im Geländewagen unterwegs war, am Flughafen von Ulan Bator abgeholt worden», sagt er. «Die Dolmetscherin sprach ein wenig Deutsch. Mit Englisch hatte man keine Chance. Und Russisch spreche ich leider nicht.» Übernachtet wurde meistens in Jurten. Sein erster Besuch, so Vogt, habe einem Bogenbauer gegolten, dem er einen traditionellen Reiterbogen aus Steinbockhörnern und Pfeile abgekauft hat.

Ein herzlicher Empfang

«Die Reise vom Provinzhauptort in das rund 180 Kilometer entfernte Mandakh hat einen ganzen Tag gedauert», erklärt Martin Vogt. Nach einem Anruf in Mandakh wurden Martin Vogt und seine Begleitung durch eine Vertretung des Stadtrats offiziell begrüsst und zu einem festlichen Essen eingeladen. Als Geschenk erhielt er einen zweisprachigen Bildband mit dem englischen Titel «The Prosperous Land of Mandakh County» sowie eine Gipsfigur ihres heiligen Bergs. «Die ist mir bereits einmal zu Boden gefallen, daher wollte ich sie nicht mitbringen», meint er beim Gespräch mit der AZ. Einen bleibenden Eindruck an den Empfang hinterlassen haben ihm offensichtlich auch die Stilettos der zum Begrüssungskomitee gehörenden Grundbuchverwalterin, schliesslich gibt es keinen Meter fester Strasse in Mandakh.
Auf einer Besichtigungsfahrt durch Mandakh stellte er fest, dass es zwar einen kleinen Windkraftpark und mehrere kleine Solaranlagen gibt. «Nachts jedoch», so Martin Vogt, «gibt es keinen Strom.» Nach der Übernachtung im Gästehaus, bei der er bedauerte, keine Stirnlampe mit dabei zu haben, besuchte er am folgenden Tag, begleitet von Bürgermeister Otgonbayor, die Schule. «Das war wie in einem alten Film.»

Martin Vogt zeigt sich beeindruckt von der einzigartigen Landschaft der Mongolei, aber auch von der Hilfsbereitschaft der Bewohnerinnen und Bewohner dieses Landes. «Es wäre sicher lässig, nochmals nach Mandakh zu reisen, wenn sie dort ihr grosses Naadam-Fest feiern», erklärt er. «Dann besuchen aber alle lokalen Viehzüchter und Bergbauarbeiter den Ort. Da wird es schwierig, ein ‹Zelt über dem Kopf› zu ergattern.»

Auf die Frage nach der Fortführung des Kontakts sagt er: «Ich denke schon, dass man sich in Mandakh über einen Kontakt oder einen Austausch freuen würde. Aber ich war nicht in offizieller Mission dort. Es war auch nicht meine Absicht, etwas Derartiges aufzubauen.»
Am Mandacher Dorffest im August wird Martin Vogt bei zwei Anlässen von seiner Reise nach Mandakh berichten. «Das wird sicher kein professioneller Vortrag werden, sondern einfach ein Reisebericht», wehrt er ab. «Ich werde auch Musik aus der Mongolei abspielen und ein paar Mitbringsel präsentieren».

Dorffest 800 Jahre Mandach vom 3. bis 5. August 2018.

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