Windisch
Zieht «Wortwolke» am Campus Brugg-Windisch vorbei nach Neuenhof?

Regierungsrat Alex Hürzeler applaudierte im Mai in der Klosterkirche Königsfelden der Produktion «babel.überall». Begeistert war er überdies von der «Wortwolke»: ein Papierkunstwerk, das Ursula Rutishauser mit Schülern aus Neuenhof geschaffen hatte.

Elisabeth Feller
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Ursula Rutishauser hat mit Schülerinnen und Schülern aus Neuenhof die «Wortwolke», eine Kunstinstallation aus Papier, für die Klosterkirche Königsfelden kreiert.

Ursula Rutishauser hat mit Schülerinnen und Schülern aus Neuenhof die «Wortwolke», eine Kunstinstallation aus Papier, für die Klosterkirche Königsfelden kreiert.

Alex Spichale

Regierungsrat Alex Hürzeler sparte nicht mit Lob für die Königsfelder Produktion «babel.überall» mit 130 Kindern und Jugendlichen der Schule Neuenhof. Hingerissen war der aargauische Kulturminister insbesondere von der

«Wortwolke». Spontaner Anstoss des aargauischen Kulturministers am Premierenabend: Diese Wolke würde doch perfekt in den Campus Brugg-Windisch der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) passen.

Prompt wurden Abklärungen in Gang gesetzt, derweil die «Wortwolke» weiter vom Himmel der Klosterkirche hängen durfte und die Besucher selbst ohne den Kontext von Musik,Tanz und Sprache bezauberte. Die Künstlerin Ursula Rutishauser betonte damals:

«Die Installation ist speziell im Hinblick auf Königsfelden konzipiert worden. Im Zusammenklang mit den anderen Kunstsparten für ‹babel.überall› war sie als Teil eines Gesamtkunstwerks wunderbar. Falls die ‹Wortwolke› im Campus eine neue Bleibe findet, geht das nicht eins zu eins; sie müsste im Hinblick auf den Ort adaptiert werden. Zudem lässt sich die enorme Höhe des gotischen Kirchenschiffs nicht kopieren.»

Nun steht fest: Die grossen, offenen Bereiche im Campus sind bereits mit massgeschneiderter «Kunst am Bau» – wie zum Beispiel den «Fliegenden Gitarren» aus Gips – bespielt. «Deshalb käme für die ‹Wortwolke› nur eine Platzierung in grossen Büros oder in grossen Sitzungszimmern infrage», erklärt Judith Vögele, Geschäftsführerin von Tanz & Kunst Königsfelden.

Witterung setzt Papier zu

Weil die unbeständige Witterung den feinen Papierbahnen zusetzt, werden Ursula Rutishauser und ein kleines Helferteam die Kunstinstallation am 11. Oktober runterholen.An diesem Tag wird die Künstlerin das Material sorgfältig sichten: Welche Papierbahnen sind noch so intakt, dass mit ihnen im Campus eine modifizierte «Wortwolke» gestaltet werden könnte?

«Der Campus ist nach wie vor eine Option», beteuert Judith Vögele. Aber es gibt noch eine zweite: die Schule Neuenhof. Dort, so die Geschäftsführerin, liege der Ursprung der «Wortwolke»; dort werde das pädagogische Projekt «babel.überall» im nächsten Jahr fortgesetzt; dort sei ein Erweiterungsbau geplant. Zieht die «Wortwolke» am Campus Brugg-Windisch vorbei nach Neuenhof? Noch ist alles offen.

«Wortwolke» prägte Produktion entscheidend

«Babel.überall» hiess das erste pädagogische Kunstprojekt im Rahmen von Tanz & Kunst Königsfelden, das im Mai 2014 Premiere in der Klosterkirche Königsfelden hatte. In «babel.überall» suchten 130 Schülerinnen und Schüler der Schule Neuenhof nach neuen Deutungen und Ausdruckformen des babylonischen Mythos. Die künstlerische Leiterin Brigitta Luisa Merki hatte das vielschichtige Projekt in monatelanger Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen erarbeitet. Dazu hatte die Künstlerin Ursula Rutishauser, Untersiggenthal, eine 400 Quadratmeter grosse «Wortwolke» in vielen Workshops mit den Schülerinnen und Schülern geschaffen und damit Brigitta Luisa Merkis spartenübergreifende Produktion «babel. überall» entscheidend geprägt. Für die riesige, noch bis zum 10. Oktober in der Klosterkirche Königsfelden hängende Installation wurde eine 200 Meter lange und zwei Meter breite Rolle feinen, satinierten Papiers verwendet. (EF.)