Villigen
Zementwerk braucht Rohmaterial: Holcim will Steinbruch erweitern

Der Zementproduzent Holcim plant, den Steinbruch Gabenchopf in Villigen Richtung Westen zu erweitern. Abgebaut werden sollen etwa 12 Millionen Tonnen Gestein. Das Abbaugesuch wird voraussichtlich im Herbst 2016 eingereicht.

Michael Hunziker
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Das Rohmaterial aus dem Steinbruch wird mit einem Förderband ins Zementwerk transportiert.

Das Rohmaterial aus dem Steinbruch wird mit einem Förderband ins Zementwerk transportiert.

wal/Archiv az

Die Holcim (Schweiz) AG will den Werkstandort Siggenthal erhalten. Damit auch in Zukunft genug Rohmaterial für die Zementproduktion zur Verfügung steht, möchte das Unternehmen den Steinbruch Gabenchopf auf dem Gemeindegebiet von Villigen Richtung Westen erweitern. Das Abbaugesuch wird voraussichtlich im Herbst 2016 eingereicht.

Zur Erinnerung: Der Steinbruch Gabenchopf liefert seit 1955 Kalkstein und Mergel für die Herstellung von jährlich rund einer Million Tonnen Zement. Der Transport in das 3,7 Kilometer entfernte Werk Siggenthal erfolgt über ein Förderband.

Die geltende Abbaubewilligung – samt umfassenden Renaturierungskonzept – stammt aus dem Jahr 1998. «Im heutigen Richtplan ist ein möglicher Gesteinsabbau bis ins Jahr 2045 vorgemerkt», erklärt Holcim-Mediensprecherin Anja Simka. Die Rede sei von Abbauetappen, die jeweils einzeln beantragt und bewilligt werden müssen. In einem ersten Schritt gehe es darum, für den Teil Richtung Westen, der heute bereits im Richtplan festgesetzt ist, im Rahmen eines ordentlichen Verfahrens eine Abbaubewilligung zu erhalten. Mit dem Rohmaterial dieser Etappe kann das Zementwerk für weitere 10 Jahre mit Kalkstein und Mergel versorgt werden. «Dies entspricht etwa 12 Millionen Tonnen Gestein», sagt Anja Simka.

Anliegen sollen Gehör finden

Erste Gespräche mit Vertretern von Behörden, Gewerbe und Vereinen haben laut der Mediensprecherin im Herbst 2014 stattgefunden. Detaillierte Untersuchungen sowie die Nutzungsplanung folgen in diesem und im nächsten Jahr.

Geprüft werden muss auch die Umweltverträglichkeit des Abbauvorhabens. «Dazu werden Gutachten von externen Spezialisten zu den relevanten Umweltaspekten angefertigt», so Anja Simka. «Besonders interessant am Gabenchopf sind die Erkenntnisse aus den Untersuchungen zur Hydrogeologie sowie zu Landschaft und Natur. Daraus wird dann ein Abbau- und Rekultivierungsprojekt erarbeitet, das den Anliegergemeinden vorgestellt wird.» Holcim rechnet mit einer Verfahrensdauer von drei bis vier Jahren.

Es sei wichtig, dass bereits in einer sehr frühen Phase alle Anliegen an den künftigen Abbau in das Projekt einfliessen könnten, wird Werkleiterin Simone Aebischer im «Journal» zitiert, das an die Haushaltungen der umliegenden Gemeinden verteilt worden ist.