Windisch
Zahn der Zeit nagt und nagt an leeren Häusern

Treten an Ort:Keine Fortschritte können derzeit erzielt werden bei der Überbauungsplanung Harmonie/Obrist.

Edgar Zimmermann (Text und Foto)
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Renommiertes Uhren- und Bijouteriegeschäft sowie geschichtsträchtiges Restaurant: Die Uhr deutet es an, dass nichts mehr läuft bei diesen beiden Liegenschaften.

Renommiertes Uhren- und Bijouteriegeschäft sowie geschichtsträchtiges Restaurant: Die Uhr deutet es an, dass nichts mehr läuft bei diesen beiden Liegenschaften.

Edgar Zimmermann

Im Oktober 2012 berichtete die az unter dem Titel «‹Harmonie› soll harmonisch ersetzt werden» über ein von den abc-Architekten Brugg entworfenes Projekt in Windisch: Abbruch der Liegenschaften Restaurant Harmonie und Gebäudeanbau Obrist – gemäss Projektbericht schliesst der schlechte bauliche Zustand eine Sanierung aus – und Neubau mit Gastronomiebetrieb und Kleinwohnungen oder Studios. In einer Zwischenphase ging es dann um die Frage, ob allenfalls die Raiffeisenbank hier einziehen soll; die Verantwortlichen der Bank entschieden sich aber für die Alternative Ausbau am bisherigen Standort an der Dohlenzelgstrasse.

Zwei Eigentümer sind involviert

Gemäss Gestaltungsplan gilt es bei einem Neubau an der Zürcherstrasse, diesen harmonisch ins Ensemble der historisch gewachsenen geschützten Häuserzeile einzufügen, weshalb Fachleute des aargauischen Ortsbildschutzes beigezogen wurden. Doch die weitere Planung kam ins Stocken. Im März 2015 lautete der Titel eines neuerlichen Artikels in der az denn auch: «Bei der ‹Harmonie› heisst es zurück auf Feld 1».

Das Gebäude des 2010 geschlossenen, geschichtsträchtigen Restaurants Harmonie gehört der Rima Wohnbau AG, welche auch die angrenzende Überbauung Dorfkern realisiert hat. Eigentümer des 1928 erstellten Anbaus ist Fritz Obrist, welcher hier jahrzehntelang ein renommiertes Uhren- und Bijouteriegeschäft geführt hatte.

Dass zwei Eigentümer in die Überbauungsplanung involviert sind, vereinfacht die Sache natürlich nicht. Hanspeter Gabriel von der Rima-Wohnbau ist aber überzeugt, dass eine sinnvolle Lösung nur mit einem Einbezug beider Bauten möglich ist. Er interessiert sich deshalb auch für einen Kauf der Liegenschaft Obrist. Gelöst wäre im Moment einzig die Parkplatzfrage. Die neu erbaute Dorfkern-Tiefgarage ist so konzipiert, dass sie Richtung Harmonie-Areal verlängert werden könnte.

Auf Anfrage erklärt Gabriel, dass man gegenüber der Situation vor einem Jahr keinen Schritt vorangekommen ist. «Wir erhalten kein Signal vom andern Eigentümer, dass er Interesse an einem neuen Anlauf und einer gemeinsamen Lösung hat. Wir können einfach hoffen, dass es – kommt Zeit, kommt Rat – doch noch zu einer Einigung kommen wird. Wir wären nach wie vor sehr interessiert an der Realisierung dieser Überbauung», so Gabriel.

Hoffen auf bessere Gesundheit

Wie Fritz Obrist mitteilt, ist er sich bewusst, dass die leerstehenden Häuser, an denen der Zahn der Zeit nagt, keine Zierde mehr sind. Aus gesundheitlichen Gründen müsse er aber derzeit andere Prioritäten setzen und könne sich nicht dieser Überbauungsplanung annehmen. «Sie ist momentan auf Eis gelegt.» Auch er hofft aber auf eine gelegentliche Lösung – sobald die Gesundheit ihm wieder Kraft und Zeit geben wird.