Ähnlich diffus wie der Facebook-Post zum Anlass lautet auch die Eigendarstellung des Unternehmens auf der firmeneigenen Homepage. Begriffe wie «Selbstverwirklichung», «Nachhaltigkeit» und «Dankbarkeit» dominieren.

Gründer von «Yes we Trust» ist Stefan Kanalga. Der 28-Jährige hat für sein Unternehmen seinen Job und seine Wohnung aufgegeben. Nach jahrelanger Tätigkeit als Versicherungsberater habe er sich folgende Fragen gestellt: «Was für eine Arbeit erfüllt mich? Wie schaffe ich es, Menschen zu inspirieren und zu ermutigen?» Auch mit Nachhaltigkeit hat sich Kanalga beschäftigt. «Wieso sehen wir unsere Ressourcen auf der Erde als unbegrenztes Freigut?», fragte er sich. Die Antworten auf diese Fragen fand er in «Yes we Trust».

Tinder mit Tiefgang

Der Jungunternehmer will mit seinem Unternehmen eine Community gründen. Via App, die Anfang 2018 erhältlich sein soll, sollen sich die Benutzer vernetzen und austauschen können. Motivationssprüche und Wissen teilen. Den eigenen Lebensbaum formen. «Die App ist eine Art Tinder 2.0 mit Tiefgang», sagt Kanalga. Nutzer können einander kennenlernen und es soll dabei nicht nur um Äusserlichkeiten gehen, wie bei bestehenden Dating-Apps.

«Ich will die Welt und die Menschen nachhaltig verbessern», sagt Kanalga. Die «Yes we Trust»-App soll gratis sein, eine Mitgliedschaft mit dem Zugang zur Community kostet fünf Franken pro Monat, zusätzliche Funktionen sind ebenfalls kostenpflichtig.

In Workshops will Kanalga das Wissen zur Selbstoptimierung und Selbstverwirklichung verbreiten. «Angeleitet von Coaches oder Spitzensportlern sollen die Mitglieder lernen, wie sie ihr Leben optimieren und Topleistungen erbringen können.» Kanalga kann sich vorstellen, auch selber einen Kurs zu leiten. In einem Shop möchte Kanalga Produkte im Bereich Gesundheit, Nachhaltigkeit und Sport anbieten. «Die Gewinnmargen werden aber an die Kunden weitergegeben», sagt er. Geld verdienen will er mit den Mitgliederbeiträgen.

Die «Yes we Trust»-App soll zunächst im deutschsprachigen Raum lanciert werden. Danach in Skandinavien. «Ein Teil meiner Familie lebt in Schweden», sagt Kanalga. «Mir gefällt der gesunde und nachhaltige Lebensstil der Skandinavier.»

Nächstenliebe und Toleranz

Nicht zuletzt ist «Yes we Trust» eine Wohltätigkeitsorganisation. Kanalga und sein Geschäftspartner André Zimmerli haben zwei Hilfswerke ausgewählt, die sie unterstützen möchten: «Aramaic Relief» aus Baar und «Karma Flight» aus Nepal. Den Gründer von «Karma Flight» hat Kanalga per Zufall kennen gelernt.

Auf dieser Idee von Nächstenliebe und Toleranz soll «Yes we Trust» basieren. Kanalgas Grossvater war Pfarrer. «Er hat sein Leben und seine Zeit anderen Menschen gewidmet. Gibt es etwas Erfüllenderes, als anderen Menschen zu helfen und zu geben?», fragt Kanalga. Doch bei «Yes we Trust» stehe der christliche Gedanke nicht im Vordergrund. «Ob wir an Gott, Karma oder das Universum glauben, spielt keine Rolle.» Stefan Kanalga glaubt an das Gute im Menschen. Mit Freundlichkeit und Toleranz will er sein Ziel erreichen.

«Yes we Trust» am Sonntag, 10. September, 12 bis 18 Uhr, Amphitheater Windisch.