Brugg
«Würde nicht mehr kommen»: Marktfahrer kritisieren Verschiebung des Wochenmarktes

Der Wochenmarkt könnte statt am Freitag neu am Samstag stattfinden. Die Idee eines Ortswechsels besteht ebenfalls. Vor allem die zeitliche Verschiebung kommt bei Marktfahrern schlecht an.

Janine Müller
Drucken
Teilen
Der Wochenmarkt findet nicht nur bei der NAB statt, sondern auch beim Eisi (im Bild).
4 Bilder
Brugg Wochenmarkt
Das Angebot am Brugger Wochenmarkt ist vielfältig.
Wochenmarkt Brugg

Der Wochenmarkt findet nicht nur bei der NAB statt, sondern auch beim Eisi (im Bild).

Janine Müller

Eisig kalt ist es an diesem Freitagmorgen. Der Wind geht durch Mark und Bein. Doch davon lassen sich die Marktfahrer nicht beirren. Sie stellen beim Eisi und vor der NAB wie gewohnt ihre Stände auf. Um sich vor der Kälte und vor allem vor dem Wind zu schützen, versehen sie die Stände mit Plastikplanen. Auch die Kunden bleiben nicht aus. Mit Einkaufskörben und Stofftaschen gehen sie von Stand zu Stand, kaufen Gemüse, Brot, Fleisch, Käse und Fisch.

Der Brugger Wochenmarkt läuft gut. Da sind sich die Marktfahrer einig. Nun steht aber die Idee im Raum, den Wochenmarkt, der jeweils am Freitag stattfindet, auf den Samstag zu verschieben. Zudem soll auch die Örtlichkeit gewechselt werden. Statt beim Eisi und bei der NAB soll der Markt auf dem Neumarktplatz stattfinden. Das jedenfalls ist die Idee der Neumarkt-Mietervereinigung. Eine Idee, die bei den Marktfahrern nicht gut ankommt, wie eine Umfrage der az zeigt.

Der Stadtrat muss entscheiden

Roland Paly von der Mietervereinigung des Neumarkts sagte Ende September 2016: «Wir haben das Ziel, dass der Brugger Wochenmarkt neu auf den Neumarktplatz und auf den Samstag verlegt wird.» Auf dem Neumarktplatz stehe mehr Raum zur Verfügung und der Markt könnte attraktiver präsentiert werden. Am Samstag seien zudem mehr Leute zu erwarten, was auch Marktfahrern etwas bringen würde, ist Paly überzeugt. Es ist der Stadtrat, der letztlich über die Änderungen am Wochenmarkt zu entscheiden hat. (jam)

Es ist vor allem die zeitliche Verschiebung, die den Marktfahrern missfällt. Hanspeter Meier von Biomeier aus Full im Zurzibiet sagt deutlich: «Fände der Wochenmarkt in Brugg neu am Samstag statt, würde ich nicht mehr kommen. Es wäre sicher irgendwie organisierbar, wenn man das wirklich möchte. Aber der Aufwand wäre riesig.» Genauso sieht es Karin Wüthrich vom Rütihof in Elfingen: «Der Samstag würde für uns eine sehr, sehr grosse Herausforderung stellen, da wir am Samstag in Baden am Markt sind.» Dazu kommt: «Wir sind eigentlich auf den Besuch an zwei Wochenmärkten angewiesen und haben nur ein Verkaufswagen.» Sie müsste sich genau überlegen, ob sich Aufwand und Ertrag lohnen würden, ergänzt Wüthrich.

Marktfahrer im Dilemma

Auch Thomas Winterhofen vom Sindelhof auf dem Bözberg sagt: «Die Verschiebung des Wochentags finden wir keine gute Idee.» Der Samstag sei auf dem Sindelhof der umsatzstärkste Tag. «Und wir können nicht an beiden Orten gleichzeitig sein», erklärt Winterhofen das Dilemma. Genauso verhält es sich beim Schwab-Beck von Würenlos. «Den Markt auf den Samstag zu verschieben, kommt für uns nicht infrage, da wir bereits am selben Tag an den Wochenmärkten in Aarau und Baden einen Bio-Brotstand betreiben», sagt Inhaber Hans Schwab.

Auf weniger Gegenwehr stösst die Idee, den Wochenmarkt auf den Neumarktplatz zu verschieben. Hans Schwab sagt: «Das ist eine prüfenswerte Idee. Von der Zentrumslage könnte man sicher profitieren. Für die Geschäfte am Neumarktplatz wäre der Wochenmarkt auch eine Bereicherung und ein zusätzliches Kunden-Magnet.» Karin Wüthrich, die mit ihrem Mann Thomas Geissenprodukte verkauft, findet die Idee, den Markt örtlich zu verschieben, ebenfalls gut. «Ich sähe es als Vorteil, wenn alle Marktfahrer am selben Ort stehen würden.» Schlecht findet die Idee Thomas Winterhofen. «Schon nur wegen der Zu- und Wegfahrt für die Marktfahrer», erklärt er.

Die Zweiteilung stört

Im Gespräch mit den Marktfahrern kommt heraus, dass die meisten grundsätzlich keinen Handlungsbedarf sehen, sich aber ob der aktuellen Zweiteilung des Markts stören. Der Markt findet nämlich vor der NAB sowie beim Eisi statt. Hanspeter Meier verkauft seit gut zehn Jahren seine Waren am Brugger Wochenmarkt. Er sei grundsätzlich zufrieden damit, wie der Markt organisiert ist, sagt er. «Der Standort ist gut, das Publikum super toll.» Allerdings: «Ich treffe in Brugg immer noch Leute an, die nicht wissen, dass der Wochenmarkt zweigeteilt ist und dass beim Eisi ebenfalls Marktstände vor Ort sind. Das ist schade.» Handkehrum fände er es nicht gut, wenn der Markt auf den Neumarktplatz verschoben würde. «Der Markt hat eine wichtige Scharnierfunktion zwischen Neumarktplatz und Altstadt», meint Meier.

Der Gemüsehändler meint, dass man mit mehr Werbung noch mehr Kunden an den Wochenmarkt locken könnte. Man müsse den Markt noch mehr institutionalisieren. «Daran müssen auch wir Marktfahrer arbeiten.»

Aktuelle Nachrichten