Was hat der Fussballclub Schinznach-Bad mit der 60-jährigen Badi Schinznach zu tun? Diese Frage stellt man sich unweigerlich, wenn man den kürzlich vom FC-Vorstand an die Medien verschickten Brief durchliest. Rückblick: Für insgesamt 4,72 Mio. Franken hätte das 1954 eröffnete Freibad Schinznach saniert und erweitert werden sollen.

Gegen den Investitionsanteil von 1,105 Mio. Franken wurde in Schinznach-Bad das Referendum ergriffen (die az berichtete). Am 9. Februar schickte der Souverän die Vorlage mit 272 Nein- zu 184 Ja-Stimmen bachab. Die drei anderen Betreibergemeinden – Schinznach, Scherz und Veltheim – hiessen das Projekt an der letzten Gemeindeversammlung gut.

Am 17. Februar, also gut eine Woche nach der Referendumsabstimmung, rapportierte die Kantonspolizei Aargau einen Einbruchsversuch im Clubhaus des FC Schinznach-Bad. Gemäss Polizei-Mediensprecher Roland Pfister geschah die Tat zwischen dem 12. und 17. Februar. Die Täterschaft ist bis heute unbekannt.

Trainer gegen Badi-Ausbau

Für den Vorstand des FC Schinznach-Bad ist nicht auszuschliessen, dass die Tat in einem Zusammenhang mit der Schwimmbad-Abstimmung steht.

«Der Vorstand des FC Schinznach-Bad wurde in den vergangenen Monaten mehrfach gefragt, wieso der Fussballclub gegen die Sanierung der Badi sei», sagt FC-Präsident Nicola Manolio. «Vielleicht war es also ein Racheakt.» Der Hintergrund: Junioren-Trainer Christoph Fuhrer engagierte sich an vorderster Front im Referendumskomitee gegen den Ausbau der Badi Schinznach.

Die Straftat erforderte offenbar viel Kraft. Die Eingangstüre zum Clubrestaurant habe nämlich eine spezielle Scheibe, so wie das auf Fussballplätzen üblich sei, betont Nicola Manolio. Möglicherweise habe jemand mit der spitzigen Eisenstange, die am Boden vor der Tür gefunden wurde, gegen die Scheibe geschlagen, so der FC-Präsident weiter.

Da der Vorstand des Fussballclubs befürchtet, dass wieder etwas passieren könnte, teilt er nun öffentlich mit, dass der FC ein Verein sei und sich nicht in politische Angelegenheiten der Gemeinde einmische. «Der Vorstand des FC Schinznach-Bad hat nie Stellung zum Badi-Thema genommen und wird es auch nicht tun, sofern kein Bezug zu ihm besteht. Diese Entscheidungen trifft das Volk, somit auch ein Teil unserer Mitglieder, was ihnen schliesslich auch zusteht», heisst es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Nicht via Mitteilungsblatt

Eigentlich wollte der FC-Vorstand seine Position schon früher über das Mitteilungsblatt der Gemeinde verbreiten. Doch der Gemeinderat gab dafür kein grünes Licht. Gemeindeammann Oliver Gerlinger sagt dazu: «Den Brief haben wir nicht abgedruckt, weil das Mitteilungsblatt ein öffentliches Publikationsorgan ist und kein Platz für private Statements bietet.

Einen reinen Zeugenaufruf hätten wir gerne publiziert. Unser Mitteilungsblatt hat jedoch keine Rubrik für Leserbriefe und wir sind auch der Meinung, dass dies die falsche Plattform dafür ist.» Das Schwimmbad Schinznach startet am Samstag, 17. Mai in die neue Saison.