Bözen
Wohnen im Alter ist eine Erfolgsgeschichte

Im April erfolgt der Spatenstich für die zweite Bau etappe der Genossenschaft «Wohnen im Alter Bözen». Entstehen werden nochmals zwölf Alterswohnungen.

Louis Probst
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Verena Erb vor den Häusern der ersten Etappe von Wohnen im Alter. lp

Verena Erb vor den Häusern der ersten Etappe von Wohnen im Alter. lp

«Die Wohnung hat mir von Anfang an Freude gemacht», sagt Lydia Glauser in der hellen Stube ihrer Alterswohnung in der Gässlimatt in Bözen. «Ich habe den Bau dieser Häuser von Anfang an mitverfolgt. Ich hatte ja früher selber ein schönes Haus. Das gehört jetzt meinem Enkel. Den dritten Lebensabschnitt soll man beginnen, wenn man noch ‹zwäg› ist. Man sollte sich auch von allem überflüssigen Zeug trennen. Man braucht ja eigentlich so wenig.»

Lydia Glauser, Bewohnerin einer der Wohnungen der Genossenschaft Wohnen im Alter Bözen, wird in absehbarer Zeit neue Nachbarn erhalten. Gegenüber dem Vorgarten ihrer Wohnung – «das Gärtchen müssen Sie sich im Sommer anschauen», sagt sie – stehen schon seit einiger Zeit die Bauprofile für eine zweite Etappe.

Spatenstich im April

«Wir sind jetzt so weit, dass wir mit dem Bau dieser zweiten Etappe beginnen können», sagt Verena Erb, die Präsidentin der Genossenschaft Wohnen im Alter Bözen. «Am 15. April wird der Spatenstich erfolgen. Gebaut werden nochmals 12 Wohnungen.»

Die hauchdünne Ablehnung des Darlehens der Gemeinde Elfingen an die Genossenschaft in einer Referendumsabstimmung ist ohne Einfluss auf den Zeitplan geblieben. «Es ist bedauerlich, dass die Vorlage abgelehnt worden ist», stellt Verena Erb dazu fest. «Aber das hindert uns nicht daran, mit dem Bau zu beginnen. Die Finanzierung ist jedenfalls gesichert. Unsere Genossenschaft hat sehr viele Darlehen von Privatpersonen erhalten. Das ist erfreulich.»

Erfreulich ist aber auch die Nachfrage nach den zwei 21⁄2-Zimmer- und zehn 31⁄2-Zimmer-Wohnungen der zweiten Etappe. «Vier Wohnungen sind verkauft, und für drei weitere liegen Reservationen vor», erklärt Verena Erb. «Es sind keine Luxuswohnungen. Aber es sind schöne Wohnungen, die dem heutigen Standard angepasst sind. Grosser Wert wurde darauf gelegt, dass die Wohnungen gut besonnt sind. Selbstverständlich verfügen die Häuser über Liftanlagen.» Wie sie sagt, befindet sich unter den Käufern auch die Spitex Oberes Fricktal. Sie wird eine Wohnung erwerben und darin einen Stützpunkt einrichten.

Zur Herkunft der Bewohnerinnen und Bewohner der Bözer «Alterssiedlung» erklärt Verena Erb: «Es ist zwar so, dass bei den Bewohnerinnen und Bewohnern der bestehenden Wohnungen ein gewisser Bezug zur Region vorhanden ist. Es sieht aber so aus, dass sich für die Wohnungen der zweiten Etappe mehr Einheimische interessieren. «

Interesse am Bözer Modell

Auf Interesse gestossen sind aber nicht nur die Wohnungen selber, sondern auch das Modell des Wohnens im Alter in Bözen. «Wir spielen offenbar eine Vorreiterrolle», freut sich Verena Erb. «Wir haben unser Projekt bereits in einigen Gemeinden vorstellen dürfen, unter anderem auch in Hochdorf. Aus mehr als zwei Dutzend Gemeinden sind zudem Delegationen nach Bözen gekommen und haben die Wohnungen besichtigt.»

Bewährt hat sich, wie Verena Erb sagt, auch die Genossenschaft als Trägerin. «Die Rechtsform der gemeinnützigen Genossenschaft war naheliegend», betont sie. «Wir wollten ja mitreden können. Ich bin überzeugt, dass die gemeinnützige Genossenschaft die richtige Rechtsform ist. Es gibt zwar viel Knochenarbeit. Aber ich habe den Eindruck, dass es sich lohnt. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnungen sind jedenfalls zufrieden.»