Brugg
Wohltätigkeit: Bruggerin leitet Frauenprojekt in Kenia

Der Verein «Freunde Lewa’s in der Schweiz» feiert sein 10-Jahr-Jubliäum; die Vereinsgründerin MonikaVilliger blickt zurück und erklärt, warum sie keine Almosen verteilen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe bieten will.

Carolin Frei
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«Schon in den Achtzigerjahren hat meine Schwester Evi Bernhard, die 20 Jahre in Kenia lebte, ein Frauenprojekt ins Leben gerufen», sagt Monika Villiger aus Brugg. Sie motivierte die Frauen, Körbe zu flechten oder Karten, verziert mit Naturmaterialien, zu kreieren.

Diese Artikel wurden in einem kleinen Laden in Lewa in Kenia verkauft. Als Evi Bernhard 1999 starb, beschloss die Familie, ihr Engagement weiterzuführen. Nebst Monika Villiger und ihrem Mann Walter gehören auch Schwester Käthi und ihr Mann Roli Waldvogel sowie Sohn Michi Lüthy zum Familienverein «Freunde Lewa’s in der Schweiz».

Den Laden gibts nicht mehr, das Frauenprojekt schon. Heute besucht Monika Villiger die Frauen in Lewa, bringt ihnen Material zum Basteln und kauft ihnen das Endprodukt ab. Ihr Credo: «Keine Almosen verteilen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe bieten.»

Weniger Kinder – mehr Geld

An Basaren in der Schweiz werden diese Kreationen dann verkauft. «Der Erlös kommt vollumfänglich den drei Kliniken in Lewa zugute, die wir vorwiegend unterstützen», betont Villiger. Dank dieser Kliniken haben die Menschen in Lewa Zugang zu medizinischer Versorgung. Sie werden zudem vom Klinikpersonal in Sachen Familienplanung und Krebsvorsorge unterstützt. Weniger Kinder pro Familie bedeutet, dass mehr Geld übrig bleibt. Geld, das für die Schulbildung verwendet werden kann. «Diverse Personen aus dem Verein unterstützen 50 Patenkinder, meist Waisen, damit auch sie die Schule besuchen können», sagt Villiger.

Bei jeder Kenia-Reise statten die Villigers den Kliniken einen Besuch ab, fahren mit dem Krankenwagen mit in abgelegene Dörfer und versichern sich, dass die Patenkinder auch die Schulbank drücken dürfen. Nicht selten hilft Monika Villiger, gelernte Laborantin, im Labor mit.

Jedes Mal mit vollem Koffer

Ende September ist die 65-Jährige nach einem vierwöchigen Aufenthalt aus Kenia zurückgekehrt. Ihr 74-jähriger Mann Walter hat sie erstmals aus gesundheitlichen Gründen nicht begleiten können. Vor einem Jahr haben die Villigers ein Haus in Lewa gebaut, das sie aus eigenen Mitteln finanziert haben. Einmal länger dort zu leben, wäre ein Traum für Monika Villiger.

Seit 2001 sind die beiden 14-mal nach Kenia gereist. Jedes Mal mit einem Koffer voller Päckli für die Patenkinder, zu Beginn auch noch mit Medikamenten für die Kliniken. Zudem sind Stoff und Wolle für das Frauenprojekt im Gepäck. Die Frauen werden jedoch motiviert, aus Naturmaterialien, die gratis zu haben sind, Dekoratives zu entwerfen. «Aus Sisal und Bananenblättern lassen sich etwa Engel oder Weihnachtsschmuck fertigen, und Stoffreste und Blätter eignen sich, um Karten zu verzieren», sagt Villiger.

All diese Kreationen kann man am Stand im Salzhaus in Brugg – anlässlich des Jubiläumsfests – bestaunen. Eröffnet wird das Fest mit einem Gratis-Apéro für jedermann. Danach wird Monika Villiger von ihrer Arbeit in Kenia erzählen. Als Gastredner ist Martin Bucher vom Zoo Zürich eingeladen worden, der erklären wird, warum die Tiere in Lewa für die Menschen so wichtig sind. 2004 wurde der Verein «Freunde Lewa’s in der Schweiz» zur Unterstützung der Menschen gegründet. Die 1993 gegründete Non-Profit-Organisation «Lewa Wildlife Conservancy» hingegen sorgt sich um die Wildtiere in Lewa. Das eingezäunte Schutzreservat umfasst 225 Quadratkilometer und beschert den Bewohnern viele Arbeitsplätze.

10 Jahre «Freunde Lewa’s in der Schweiz» Salzhaus Brugg, 29. Oktober, ab 17.30 Uhr; Vorträge, Konzert und Tanz; Eintritt gratis.

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